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Hambach: Chef gibt Nichtrauchern mehr Urlaub und bekommt überraschende Reaktion

EXPRESS-Logo EXPRESS vor 4 Tagen express
In vielen Betrieben führt das Rauchen (hier ein Symbolfoto von 2012) zu Reibereien zwischen Mitarbeitern. © picture alliance/dpa In vielen Betrieben führt das Rauchen (hier ein Symbolfoto von 2012) zu Reibereien zwischen Mitarbeitern.

„Ich geh kurz eine Rauchen“ – diesen Satz kennt jeder. Im Alltag hört man ihn ziemlich oft, meist von derselben Person, mehrmals am Tag. Schließlich paffen die meisten Raucher im Schnitt eine Schachtel am Tag weg.

Als Reaktion ruft das schon mal ein genervtes Augenverdrehen hervor. Wenn es sich bei dieser Person dann allerdings nicht um einen Freund oder den Partner handelt, sondern um einen Arbeitskollegen, dann kann das durchaus zu Reibereien und sogar Streit führen.

Streit um Raucherpausen: Restaurantchef Helmut Glas mit genialer Idee

Diese Erfahrung hat auch Helmut Glas, Inhaber des Landgasthofs Jägerstübchen in Neustadt-Hambach in Rheinland-Pfalz, mit seinen Angestellten gemacht.

In seinem Betrieb kam es immer wieder zu Ärger zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Die Reibereien zwischen den Mitarbeitern störten nicht nur das Team, sondern auch den Betriebswirt selbst.

Doch anstatt wie viele andere Führungskräfte den Ärger einfach auszusitzen, kam Helmut Glas auf eine ziemlich originelle Idee. Mit der überraschenderweise sogar alle seiner Mitarbeiter zufrieden sind. Sowohl Raucher als auch Nichtraucher.

Zunächst verschaffte sich Glas einen ziemlich genauen Überblick über die Situation und die Stimmung seiner Angestellten, was das Rauchen betrifft. Klar war für ihn, ein Rauchverbot würde er nicht aussprechen. Und den Rauchern die Zeit, die sie mit der Kippe verbringen, abziehen, das kam für ihn ebenfalls nicht in Frage.

Raucher verbringen jährlich bis zu 15 Arbeitstage mit der Zigarette

„Bei uns im Betrieb sind wir tolerant. Die Raucher müssen nicht ausstechen“, erklärt der Restaurantchef RTL.

Also befragte er seine Mitarbeiter, wie viel Zeit sie denn eigentlich pro Tag mit dem Rauchen verbringen. Diese Zeit habe er dann auf das gesamte Jahr hochgerechnet – und kam auf eine ziemlich große Zahl. Zwischen 8 und 15 Arbeitstage werden sie durch ihre Zigarette von ihrer Arbeit abgehalten. Pro Jahr.

Um einen gerechten Ausgleich für alle rauchfreien Mitarbeiter zu schaffen, entschied sich Helmut Glas, fünf Tage Zusatzurlaub zu gewähren, für alle, die während der Arbeitszeit nicht zum Rauchen nach draußen müssen.

Lösung für Raucher und Nichtraucher zufriedenstellend

„Das ist eine Lösung, die für unseren Betrieb gut ist“, resümiert Glas. Das Klima im Team sei deutlich besser geworden. Zwischen den Mitarbeitern sei es zu keinen Streitigkeiten mehr gekommen – zumindest nicht, was das Rauchen betrifft.

Zwar wisse er nicht, ob das für andere Betriebe funktionieren könne. Glas selbst ist jedoch zufrieden, und sein Team auch.

Und die neue Regelung hat sogar möglicherweise einen positiven Effekt auf die Gesundheit seiner Angestellten. Denn manche hätten sich jetzt dazu entschlossen, mit dem Rauchen aufzuhören und Nichtraucher zu werden. Schließlich sind fünf Tage Zusatzurlaub schon ein verlockender Anreiz, es zumindest zu versuchen. (jv)

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