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Helfer aus NRW reisen nach Beirut

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 05.08.2020 RP ONLINE

Beirut/Düsseldorf. Die Welt ist geschockt von den gewaltigen Zerstörungen in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Nun machen sich Helfer aus NRW auf den Weg.

 Eine Ansicht von oben auf die zerstörten Getreidesilos im Hafen von Beirut – am Tag nach der gewaltigen Explosion. © STR Eine Ansicht von oben auf die zerstörten Getreidesilos im Hafen von Beirut – am Tag nach der gewaltigen Explosion.

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut suchen Retter mit ausländischen Spezialteams in den Trümmern nach weiteren Opfern. Mehrere Länder schickten Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Bergung von Verschütteten. Nach Angaben von Gesundheitsminister Hassan Hamad kamen mindestens 113 Menschen ums Leben, etwa 4000 weitere wurden verletzt. Viele Bewohner der Küstenstadt am Mittelmeer standen am Mittwoch unter Schock.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, es würden noch mindestens 100 Menschen vermisst. „Es liegen noch immer viele Menschen unter den Trümmern“, sagte ein Offizieller, der ungenannt bleiben wollte. Das Rote Kreuz erklärte, dass die Opferzahlen wohl noch steigen würden.

Die schweren Schäden machten viele Häuser unbewohnbar. Zwischen 200 000 und 250 000 Menschen hätten ihre Unterkünfte verloren, sagte Gouverneur Marwan Abbud dem libanesischen Fernsehsender MTV. Sie würden mit Lebensmitteln, Wasser und Unterkünften versorgt. Es seien Schäden in Höhe von drei bis fünf Milliarden US-Dollar entstanden - „möglicherweise mehr“, sagte er der Nachrichtenagentur NNA zufolge.

Mehrere Länder schickten Unterstützung. Über den EU-Krisenmechanismus machte sich unter anderem aus den Niederlanden ein Team aus 70 Spezialisten auf den Weg. Frankreich schickte zwei Militärflugzeuge mit 55 Angehörigen des Zivilschutzes und tonnenweise Material zur Behandlung von Verletzten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dem libanesischen Regierungschef Hassan Diab in einem Kondolenzschreiben ebenfalls Unterstützung zu. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Eine Gruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) sollte noch am Mittwoch in den Libanon aufbrechen. Die Bundeswehr prüfte, welche Hilfe gegebenenfalls möglich ist. Auch das Gebäude der deutschen Vertretung in Beirut wurde beschädigt, weshalb Botschaft und der dortige Krisenstab vorübergehend aus einem älteren Gebäude arbeiteten. Auch das Gebäude des Goethe-Instituts sei schwer beschädigt worden, hieß es. Es gebe auch einige Meldungen über Verletzte unter den Deutschen.

Auch in NRW bereiten sich Helfer auf einen Einsatz in Beirut vor. Bei der gemeinnützigen Hilfsorganisation I.S.A.R (International Search-and-Rescue), die in Duisburg gegründet wurde, sind bereits alle Aktiven in Bereitschaft versetzt worden. Die Spezialisten helfen weltweit nach Unglücksfällen oder Naturkatastrophen. Auch die Gesundheitsorganisation Action Medeor aus dem niederrheinischen Tönisvorst hat ihren libanesischen Partnern Medikamente und medizinische Ausrüstung im Wert von 30.000 Euro angeboten. „Wir sondieren gerade, welche Hilfe konkret benötigt wird und auf welchem Weg wir sie am besten in das Katastrophengebiet bringen können“, erklärte Sid Peruvemba, Vorstandssprecher der Organisation.

Kristof Kleemann, der Leiter des Beiruter Büros der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, hat die Explosion aus etwa einem Kilometer Entfernung selbst miterlebt.  Er lebt dort seit einem halben Jahr und sieht täglich das Elend in einem praktisch gescheiterten Staat. „Man darf nicht vergessen, dass der Libanon gerade durch die tiefste Wirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte geht“, sagte der Projektleiter unserer Redaktion. „Dazu kommt die Corona-Pandemie, die die Krankenhäuser schon bisher an die Kapazitätsgrenzen geführt hat. Jetzt ist das medizinische Personal noch weit mehr belastet. Ohne Unterstützung aus dem Ausland wird es nicht gelingen, die Katastrophe zu bewältigen“, ergänzte Kleemann. (mit dpa)

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