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Hitlergruß bei Rechtsrock-Konzert - Polizei ermittelt

SZ.de-Logo SZ.de 17.07.2017
Wer von den Besuchern den Hitlergruß zeigte, das muss die Polizei erst noch ermitteln. © REUTERS Wer von den Besuchern den Hitlergruß zeigte, das muss die Polizei erst noch ermitteln.

• Die Thüringer Landespolizei ermittelt gegen Teilnehmer eines Neonazi-Konzerts in Themar.

• Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video zeigt, dass Konzertbesucher die Hände zum verbotenen Hitlergruß hoben. Auch "Sieg heil"-Rufe sollen zu hören gewesen sein.

Bei einem Rechtsrockkonzert in Themar am Samstag reckten Konzertbesucher ihre Arme zum verbotenen Hitlergruß. Das zeigt ein Video, das am Sonntagnachmittag im Netz aufgetaucht ist. Die Thüringer Landespolizei ermittelt nun gegen "Versammlungsteilnehmer", wie sie auf ihrer Facebookseite mitteilt.

Die Behörde bat zudem um die Übermittlung der Originalaufnahmen, da die Aufklärung wegen der schlechten Qualität der in den sozialen Netzwerken verbreiteten Aufnahmen schwierig sei. Inzwischen konnte sie den Urheber aufspüren, wie sie im Kurznachrichtendienst Twitter schreibt.

Der Urheber habe sich zudem "eigenständig zur Löschung des Videos aufgrund massiver bundesweiter Nachfrage" entschlossen, heißt es weiter.

Das Konzert fand am Samstag im thüringischen Themar statt. Mit knapp 6000 Teilnehmern war es wohl das größte Neonazi-Konzert des Jahres in Deutschland. Bei der Veranstaltung waren etwa 1000 Polizisten im Einsatz, so sollte auch ein Aufeinandertreffen der Besucher mit den etwa 300 Gegendemonstranten verhindert werden. Trotzdem waren der Polizei nach eigenen Angaben die in dem Video gezeigten "Geschehnisse im Zelt ... bisher nicht bekannt".

Linken-Abgeordnete kritisiert Untätigkeit der Polizei

Die Linken-Landtagsabgeordnete Katharina König hatte zuvor in einem Tweet kritisiert, dass die Polizei nicht eingegriffen hatte. Ihr zufolge waren auf dem mittlerweile gelöschten Video auch "Sieg heil"-Rufe zu hören.

Bislang wurden nach Polizeiangaben im Zusammenhang mit dem Konzert 43 Strafanzeigen gestellt, unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Bedrohung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz. Drei Menschen wurden in Gewahrsam genommen, von 440 weiteren wurde die Identität festgestellt.

Im Vorfeld hatte es mehrere Versuche gegeben, die unter dem Motto "Rock gegen Überfremdung" laufende Veranstaltung zu unterbinden. Sie waren jedoch erfolglos geblieben. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) fordert deshalb nun, das Versammlungsrecht so einzugrenzen, dass derartige Veranstaltungen künftig nicht mehr unter Verweis auf die Meinungsfreiheit organisiert werden dürften.

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