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Hund alleine in der Hitze gelassen – Strafanzeige gegen Halter

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 02.08.2022 RP ONLINE

Düsseldorf. Die Tierrechtsorganisation Peta hat Strafanzeige gegen den Halter erstattet, der seinen Hund trotz Hitze alleine auf einem Balkon in Pempelfort gelassen hatte. Zudem wird ein Tierhalteverbot gefordert.

 Die Feuerwehr wurde am 27. Juli zur Rettung des Hundes gerufen. © Martin Schutt Die Feuerwehr wurde am 27. Juli zur Rettung des Hundes gerufen.

Dass er seinen Hund bei 30 Grad Außentemperatur alleine auf dem Balkon in der Sonne gelassen und damit einen Feuerwehreinsatz ausgelöst hatte, hat für den Halter ein Nachspiel. Aufgrund des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, das untersagt, Tieren länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Leiden oder Schmerzen zuzufügen, erstattete die Tierrechtsorganisation Peta bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige. Sie fordert zudem ein Tierhalteverbot für den Beschuldigten.

Am 24. Juli entdeckte ein aufmerksamer Anwohner einen bei großer Hitze ausgesperrten Hund auf einem Balkon eines Hauses an der Prinz-Georg-Straße in Pempelfort. Das Tier musste über mehrere Stunden ohne Schatten auf dem Balkon ausharren. Da es mehrmals jaulte und bellte, informierte der Mann die Leitstelle des Ordnungsamtes. Nachdem die Einsatzkräfte vergeblich versucht hatten, den Halter zu erreichen, verschaffte sich die Feuerwehr über eine Drehleiter Zutritt zum Balkon und befreite den geschwächten Hund. Er wurde mit Wasser versorgt und in eine Tierklinik gebracht. Der Halter, der durch einen Zettel an der Wohnungstür über den Verbleib seines Hundes informiert wurde, zeigte sich laut Einsatzbericht anschließend uneinsichtig.


Video: So sollten Hundebesitzer auf Besserwisser reagieren (Sixx)

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Statt Einsicht zu zeigen, beschwerte sich der Mann lautstark über das Vorgehen und drohte Konsequenzen an – er hätte mit seinem Hund schon häufiger ähnlich verfahren, dieser habe auf dem Balkon genügend Schattenplätze. Nach dem Einsatz wurde bereits das Veterinäramt über den Vorfall informiert.

„Hundehalterinnen und -halter unterschätzen die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung im Sommer, wenn sie die Tiere, wie hier ohne Schutz in der Hitze, auf dem Balkon zurücklassen. Hunde werden schnell unruhig, jaulen und geraten in Panik. Dies verschlimmert die lebensgefährliche Situation zusätzlich. Für sie kommt dann oft jede Hilfe zu spät“, sagt Monic Moll, Peta-Fachreferentin für tierische Mitbewohner. „Wer einen Hund bei hohen Außentemperaturen auf dem Balkon, wo sich die Hitze staut, ohne Wasser und Schutz zurücklässt, riskiert das Leben des Tieres und muss mit einer Strafanzeige rechnen“, sagt sie weiter.

In den heißen Sommermonaten staut sich die Hitze auf Balkonen oder Terrassen. Hunde sollten sich in dieser Zeit auf gar keinen Fall über eine längere Zeit dort aufhalten, denn sonst droht Lebensgefahr für die Vierbeiner. Auch ein schattiger Platz auf einem Balkon sorgt nicht für Abkühlung. Da Hunde nur wenige Schweißdrüsen haben und sich hauptsächlich über Hecheln abkühlen, erleiden sie schnell irreparable Organschäden oder einen Herzstillstand.

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