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In Deutschland stehen 15 tickende Zeitbomben — doch bei ihrer Entschärfung wird getrödelt

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 09.11.2018 Business Insider Deutschland

a close up of a logo: atomkraft radioaktiv DE shutterstock_286493465 © Provided by Business Insider Inc atomkraft radioaktiv DE shutterstock_286493465

Sicherheitsmaßnahmen an deutschen Atomzwischenlagern gehen nur schleppend voran. So haben bereits Ende März 2011 Experten vom Bundesamt für Strahlenschutz dazu aufgerufen, „den Schutz gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter“ zu verschärfen. Doch an an den meisten der 15 betroffenen Standorte sind noch keine entsprechenden Maßnahmen getroffen worden. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Mauern sollen die sensiblen Orte schützen. Laut „FAZ“ gibt es für das dem Bund gehörende zentrale Zwischenlager Ahaus schon eindeutige Pläne: Mauern aus Stahlbeton, die zehn Meter über und zehn Meter unter der Erde verlaufen, einen Meter dick und 500 Meter lang sind, sollen den sensiblen Ort vor Angriffen schützen — besonders vor Angriffen mit Lastwagen. Aber: Mehr als diese Pläne gibt es offenbar noch nicht. Das macht die Zwischenlager anfällig für Attacken.

Jahrelange Prüfungen lassen Zwischenlager ungeschützt

Einen zweistelligen Millionenbetrag soll die Abwehr kosten. Erst vier Mauern wurden bisher fertiggestellt, berichtet das Blatt. Sie sichern zum einen die von RWE betriebenen Zwischenlager an den Kraftwerken Biblis, Grundremmingen und Lingen. Zum anderen hat auch das Zwischenlager am Eon-Kraftwerk Isar eine entsprechende Schutzvorrichtung.

Die anderen acht Standorte seien noch in der Planung oder der Prüfung. Lediglich in Ahaus werde bereits gebaut, so die „FAZ“ weiter. 2020 soll die Mauer dort laut Bundesregierung fertiggestellt sein. Insgesamt sollten bis Mitte 2020 zudem drei weitere Zwischenlager gesichert sein — in Krümmel, Unterweser und Grafenrheinfeld.

Grüne: „Konzern-Trödelei“ fällt Bund auf die Füße

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), gibt laut „FAZ“ Entwarnung. Auf eine Anfrage der Grünen antwortet sie: „Bis zur Feststellung der baulich-technischen Maßnahmen wird der erforderliche Schutz gegen Störmaßnahmen und sonstige Einschränkungen durch ausreichende temporäre Maßnahmen gesichert.“ Genaue Informationen zu diesen Maßnahmen werden „aus Sicherheitsgründen“ nicht genannt. Der Zeitung zufolge soll die Hauptmaßnahme ein zusätzlicher Wachschutz sein.

Doch den Grünen reicht die Aussage nicht — vor allem, weil die verantwortlichen Stromkonzerne die Finanzverantwortung für Zwischen- und Endlager samt einem zweistelligen Milliardenbetrag an den Bund abgetreten haben. Anfang 2019 übernehme die bundeseigene Gesellschaft BGZ die Verantwortung für die Zwischenlagerung der hochradioaktiven Abfälle der Stromkonzerne.

Lest auch: Europa sitzt auf einer tickenden Zeitbombe — doch kaum einer weiß es

Die „Konzern-Trödelei“ falle dem Bund auf die Füße, kritisieren die Grünen. Die Konzerne würden sich aber gegen den Vorwurf wehren, dass sie deshalb die Pläne zum Bau der Schutzmauern nur langsam vorangetrieben hätten. Die „FAZ“ berichtet, dass der Energiekonzern ENBW beispielsweise auf die Dauer der atomrechtlichen Genehmigungen verweise und man erst nach Zusage des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit beginnen dürfte.

Das Bundesamt lässt das nicht auf sich sitzen. Präsident Wolfram König betonte, dass die Dauer des Genehmigungsverfahrens von der Mitarbeit der Betreiber abhängt — zum Beispiel, ob sie alle Antragsunterlagen zur Prüfung einreichen. Nach einer Genehmigung ist es die Sache der Betreiber, die Baumaßnahmen voranzutreiben. „Dies ist bis heute nicht bei allen Betreibern geschehen“, sagt König der Zeitung.

cd

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