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Irland: Männer schleppen Leiche zur Post - um Rente des Toten zu kassieren

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 23.01.2022 Nils-Viktor Sorge

Im irischen Carlow ermittelt die Polizei in einem sonderlichen Fall: Zwei Unbekannte versuchten offenbar auf dreiste Art, in einer Postfiliale an das Geld eines Verstorbenen zu gelangen.

© Artur Widak / imago images/NurPhoto

Unbekannte haben in Irland einen Toten in eine Postfiliale geschleppt. Ziel der Aktion war einem Bericht der Zeitung »Irish Times« zufolge, die Rente des Verstorbenen ausgezahlt zu bekommen. Der Vorfall trug sich in der Stadt Carlow zu, gelegen etwa 90 Kilometer südwestlich von Dublin.

Zunächst hatte laut den Angaben ein Mann allein versucht, bei der Post das Geld zu kassieren. Dieses Anliegen wurde jedoch zurückgewiesen. Mitarbeiter teilten ihm mit, dass der Empfänger persönlich zu erscheinen habe, um das Geld ausgehändigt zu bekommen. Kurze Zeit später kam der Mann wieder, in Begleitung eines anderen sowie des Toten.

Laut Zeugen stützten die beiden Männer die Leiche. Einer der beiden bat, die Rente ausgezahlt zu bekommen.

Frau schöpft Verdacht, Männer flüchten

Das Ansinnen blieb erfolglos. Eine Frau hatte Verdacht geschöpft und Alarm geschlagen. Daraufhin flüchteten die beiden Männer und ließen den leblosen Körper zurück. Polizisten und Rettungsdienst erschienen in der Filiale, der Mann wurde einige Zeit später offiziell für tot erklärt.

Die Leiche soll nun obduziert werden. Ein Polizeisprecher sagte, alle Umstände des überraschenden Todes des Mannes würden nun untersucht. In der Filiale liefen offenbar eine oder mehrere Überwachungskameras. Ein Haus in der Nähe wurde von Polizisten als möglicher Tatort eines Verbrechens abgeschirmt.

Der Tote lebte ganz in der Nähe der Postfiliale. Er war den Angaben zufolge zwischen 60 und 70 Jahre alt. Ein lokaler Politiker sagte, der Mann sei anständig und im Ort anerkannt gewesen.

»Absolut schockiert« zeigte sich Bürgermeister Ken Murnane. »Ich kann nicht glauben, dass irgendjemand so etwas tun kann«, zitierte ihn die Zeitung »Guardian«. In der Stadt sei der grausige Vorfall Gesprächsthema Nummer eins, berichteten Anwohner der »Irish Times«. Er habe viele Menschen verstört.

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