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Jeder vierte Mieter ist armutsgefährdet

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 23.01.2020 RP ONLINE
 Wohnburgen in Ratingen West. © Blazy, Achim (abz) Wohnburgen in Ratingen West.

Berlin . Die Armutsrisikoquote bei Mietern ist drei Mal so hoch wie bei Wohnungseigentümern. Die Gefahr, dass erstere sich später die steigenden Mieten nicht mehr leisten könne, ist hoch.

Jeder vierte Mieterhaushalt in Deutschland ist armutsgefährdet. Dagegen gilt dies nur für 8,5 Prozent der Personen, die in den eigenen vier Wänden wohnen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Konkret beträgt die so genannte Armutsrisikoquote von Personen in Mieterhaushalten 24,6 Prozent. Mieter sind damit fast drei Mal so häufig von geringen bis sehr geringen Einkommen betroffen als Wohnungseigentümer.

 Die Armutsrisikoquote ist eine statistische Maßgröße für die Einkommensverteilung. Als armutsgefährdet gelten danach Personen in Privathaushalten, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland verfügen.

Das Ministerium verweist in seiner Antwort darauf, dass die unterschiedlichen Armutsrisikoquoten von Mietern und Wohnungseigentümern erwartbar seien, denn zwischen Einkommen und Vermögensbildungen gebe es einen Zusammenhang. Deutschland liege 2017 zudem noch knapp über den Durchschnittswerten in der EU. In den 29 EU-Ländern seien im Durchschnitt 28 Prozent der Personen in Mieterhaushalten armutsgefährdet, aber nur 13,2 Prozent der Personen in Wohneigentums-Haushalten.

Die Linken-Politikerin Zimmermann verwies auf den in Deutschland überdurchschnittlich hohen Anteil derer, die zur Miete statt in Eigentumswohnungen leben. „Nirgendwo sonst in Europa wohnen so viele Menschen zur Miete wie in Deutschland. Dass dennoch ein Viertel der Mieterinnen und Mieter arm ist, ist ein Alarmzeichen“, sagte sie. Besonders in Ballungsräumen seien die Mieten stark gestiegen. „Wer arm ist, kann sich eine steigende Miete irgendwann nicht mehr leisten und wird verdrängt.“ Noch schwieriger sei es für Menschen mit geringem Einkommen bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Die Förderung des sozialen Wohnungsbaus müsse mit Bundesmitteln massiv angekurbelt werden. „Noch immer fallen jedes Jahr mehr Sozialwohnungen weg, als neue geschaffen werden.“

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