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Jetzt infizieren sich auch wieder Ältere in Deutschland

WELT-Logo WELT vor 2 Tagen
Im oberbayerischen Ferienort Garmisch-Partenkirchen ist die Zahl der Corona-Fälle sprunghaft angestiegen. Als Ursache wurde eine junge US-Amerikanerin ausgemacht, die trotz Quarantäne-Anordnung Party machte. Quelle: WELT/Andrea Ohms © WELT Im oberbayerischen Ferienort Garmisch-Partenkirchen ist die Zahl der Corona-Fälle sprunghaft angestiegen. Als Ursache wurde eine junge US-Amerikanerin ausgemacht, die trotz Quarantäne-Anordnung Party machte. Quelle: WELT/Andrea Ohms

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens  263.663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.9., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 236.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Abend bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag nach RKI-Schätzung bei 1,00.

Infizierten sich in den letzten Monaten in Deutschland vor allem jüngere Menschen mit einem geringen Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19, meldet das RKI nun ein vermehrtes Überspringen des Sars-CoV-2-Virus auf ältere Menschen. „Seit der vergangenen Woche ist ein leichter Anstieg der Fallzahlen in den höheren Altersgruppen zu sehen, dieser Verlauf sollte aufmerksam beobachtet werden“, heißt es im Situationsbericht vom Dienstag. In den letzten Wochen war die Inzidenz in der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen am höchsten, gefolgt von den Fünf- bis 14-Jährigen und der 35- bis 59-Jährigen.

Corona_teaser_Deutschland_Europa © Infografik Die Welt/Steinröder Corona_teaser_Deutschland_Europa

Seit der 37. Meldewoche könne ein „beginnender Anstieg der Inzidenz in der Altersgruppe der über 80-Jährigen“ beobachtet werden, heißt es nun. Vor dieser Situation hatte das RKI wiederholt gewarnt. Sollten sich vermehrt Risikogruppen anstecken, müsse mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden. Aktuell stagnieren die Einweisungen ins Krankenhaus und auf die Intensivstationen auf niedrigem Niveau, obwohl die Fallzahlen seit Mitte Juli wieder steigen.

Fallzahlen in Garmisch-Partenkirchen drastisch gestiegen

Mit am heftigsten betroffen ist aktuell der oberbayerische Ferienort Garmisch-Partenkirchen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte auf 54,3 – und liegt damit deutlich über dem kritischen Wert von 50 (Stand 15.9., 17 Uhr). Bereits am Freitag hatte das Landratsamt für den Ort Beschränkungen verhängt. Gaststätten müssen um 22.00 Uhr schließen, maximal fünf Menschen dürfen sich im öffentlichen Raum treffen. An Privatveranstaltungen dürfen höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder 100 Personen draußen teilnehmen.

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hat sie auf der Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet, hätte also in Quarantäne sein sollen. Ebenfalls ein erhöhtes Infektionsgeschehen über einer Inzidenz von 50 vermeldet Würzburg (66,5).

Weltweit stieg die Zahl der Infizierten laut Johns-Hopkins-Universität auf über 29,6 Millionen. Die meisten Fälle wurden in den USA gemeldet (über 6,6 Millionen), gefolgt von Indien (über 5,0 Millionen) und Brasilien (über 4,3 Millionen). Mindestens 935.929 Menschen sind demnach weltweit infolge einer Infektion gestorben.

Rekord-Zahl in den Niederlanden – Massiver Anstieg in Marseille

Die Niederlande verzeichnen mit 1379 Ansteckungen binnen 24 Stunden die bislang höchste Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie, wie die Zeitungen „Volkskrant“ und „AD“ unter Berufung auf die nationalen Gesundheitsbehörden am Dienstag berichteten. Der bisherige Höchstwert lag Anfang April bei 1335 Fällen. Der jüngste Anstieg sorgte dafür, dass die Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche um 85 Prozent zur Vorwoche auf 9194 zunahm, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten.

Dänemark verschärft angesichts steigender Fallzahlen die Vorschriften für Gaststätten in Kopenhagen. Restaurants, Bars und Cafes in der Hauptstadt müssten um 22.00 Uhr schließen, kündigte Gesundheitsminister Magnus Heunicke an. Der R-Wert liege für das ganze Land inzwischen bei 1,5. In den vergangenen 24 Stunden seien 334 neue Infektionen verzeichnet worden.

Besonders dramatisch steigen die Fallzahlen im französischen Marseille. Mit zuletzt 312 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschreitet Marseille den Corona-Warnwert von 50 um mehr als das Sechsfache. Selbst in Paris liegt die Fallzahl aktuell nur halb so hoch wie in der Mittelmeer-Stadt. Die regionale Gesundheitsbehörde spricht von einem „sehr starken Druck“ auf die Krankenhäuser.

Im Corona-Hotspot Spanien sind die Marken von 600.000 Infektionen und 30.000 Todesopfern überschritten worden. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Dienstagabend 9437 neue Ansteckungen. Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie nachgewiesenen Fälle kletterte damit auf mehr als 603.000. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, stieg den Angaben zufolge in den vergangenen sieben Tagen um 303 auf 30.004. Spanien verzeichnet damit mehr bestätigte Infektionen als jedes andere Land Westeuropas.

Die Zahl der täglichen neuen Virus-Opfer in den USA bleibt hoch. Insgesamt verzeichnete das nordamerikanische Land über 6,6 Millionen Infektionen und knapp 196.000 Tote. Damit sind die USA vor Indien und Brasilien das am schlimmsten betroffene Land der Welt. Indien überstieg am Mittwoch als zweite Nation die Zahl von fünf Millionen positiv getesteten Menschen. Nach Daten des Gesundheitsministeriums kamen in den vergangenen 24 Stunden 90.123 Fälle hinzu. Weitere 1290 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Damit steigt die Gesamtzahl der Todesfälle auf 82.066.

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