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Keine Knochen gefunden bei Graböffnung im Vatikan

SZ.de-Logo SZ.de vor 5 Tagen Von Oliver Meiler, Rom
Auf der Suche nach Emanuela Orlandi öffnen Arbeiter ein Grab im Vatikan und finden: nichts. © AFP Auf der Suche nach Emanuela Orlandi öffnen Arbeiter ein Grab im Vatikan und finden: nichts.

• Die Graböffnung auf dem deutschen Friedhof im Vatikan hat die Hoffnung auf die Aufklärung eines mysteriösen Kriminalfalls zerschlagen.

• Der Vatikan hatte die Gräber öffnen lassen, um nach möglichen Überresten von Emanuela Orlandi zu suchen. Die Teenagerin war vor 36 Jahren verschwunden.

• Beide Gräber seien komplett leer gewesen, sagte ein Vatikansprecher. Weder die Gebeine des verschwundenen Mädchens, noch andere Überreste wurden gefunden.

Der unendliche Kriminalfall um die 1983, im Alter von 15 Jahren in Rom spurlos verschwundene Emanuela Orlandi ist um eine erstaunliche Anekdote reicher. Am Donnerstag wurden im deutschen Pilgerfriedhof im Vatikan, dem "Campo Santo Teutonico", zwei Gräber geöffnet, in denen man die Überreste dieser Tochter eines päpstlichen Hofdieners vermutet hatte. Erwartet wurde, dass das der Anfang langwieriger Tests sein würde.

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Doch die Gräber waren leer, und zwar: ganz leer. Es lagen darin keine Särge, Urnen oder Knochen. Es fehlten also auch die Gebeine derer, die ausweislich darin bestattet worden waren, die Adligen Sophie von Hohenlohe (gestorben 1836) und Charlotte Friederike zu Mecklenburg (gestorben 1840). Pietro Orlandi, der Bruder des verschwundenen Mädchens, der bei der Graböffnung im kleinen Kreis dabei war, sagte danach zu den Medienleuten: "Es ist unglaublich, in den beiden Gräbern lagen überhaupt keine Knochen."

Er wolle jetzt verstehen, warum man ihn auf eine falsche Fährte gelenkt habe. Die Familie Orlandi hatte im vergangenen Sommer einen anonymen Brief mit einem Hinweis auf die Gräber unter einem Marmorengel erhalten. Orlandi liess sich, wie er oft wiederholte, die Wahrscheinlichkeit der These auch von Quellen innerhalb des Kirchenstaats versichern, bevor er dann damit zum vatikanischen Staatssekretariat ging. Nach langem Zögern gab dieses einer internen Untersuchung und der Öffnung der Gräber statt.

Nun heisst es, man wolle auch alle Dokumente studieren, in denen die Arbeiten im Friedhof festgehalten sind. Der Heilige Stuhl fühle mit der Familie mit und teile deren Leid - "vor allem mit Emanuelas Mutter", fügte der vatikanische Sprecher noch bei. Bruder Pietro, der sich seit Jahrzehnten dagegen wehrt, dass der Fall seiner Schwester vergessen geht, warf dem Vatikan auch schon "Omertà" vor. So nennt man das Schweigegesetz der Mafia.

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