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Kinder könnten als Infektionsbremse wirken

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 13.07.2020 RP ONLINE

Berlin. Eine Studie in Sachsen hat bei 2000 Schülern und Lehrern nur wenige Personen mit Antikörpern gefunden. In der Untersuchung bei rund 1500 Schülern und 500 Lehrern an weiterführenden Schulen habe man nur bei zwölf Antikörper festgestellt, sagte Professor Reinhard Berner von der Uniklinik Dresden am Montag.

 Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. Vier Monate nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland haben Wissenschaftler die Ansteckungsketten der ersten Patientengruppe detailliert analysiert. © Hendrik Schmidt Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. Vier Monate nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland haben Wissenschaftler die Ansteckungsketten der ersten Patientengruppe detailliert analysiert.

Dabei sei auch an Schulen mit Corona-Ausbrüchen zwischen Mai und Juli getestet worden. Die ersten Ergebnisse der Studie zeigten keine Hinweise, dass Kinder oder Jugendliche das Virus besonders schnell verbreiteten: „Kinder sind vielleicht sogar Bremsklötze bei der Infektion“, sagte Berner.

Die Studie sollte auch dem Kultusministerium Hinweise geben, ob eine generelle Öffnung der Schulen nach den Sommerferien möglich ist. „Wir planen ganz klar mit dem Regelbetrieb“, sagte Landeskultusminister Christian Piwarz. Wo immer möglich, müsse der Mindestabstand gewahrt und müssten auch Masken getragen werden. Dies würde aber nicht generell vorgeschrieben, da dies im Vollbetrieb nicht möglich sei.

Die Schulschließungen in Deutschland waren heftig umstritten. Einerseits war befürchtet worden, dass Kinder das Virus schnell bei ihren Mitschülern und in ihren Familien verbreiten könnten. Andererseits gelten die sozialen Folgen der Schließungen als bedenklich. Derzeit läuft die Debatte, welche Länder nach den Sommerferien wieder zum regulären Schulbetrieb übergehen.

Berner von der Uniklinik Dresden sagte, die Zwischenergebnisse der Studie gäben wichtige Hinweise auch für andere Bundesländer. Man könne daraus ableiten, dass es in einer Region mit geringen Infektionszahlen keine explosionsartige Ausbreitung in Schulen gebe. Berner vermutete, dass Kinder und Jugendliche beim Husten weniger Tröpfchen ausstießen. Zudem seien Menschen mit mildem Krankheitsverlauf offenbar weniger ansteckend. Dies ist bei Kindern häufig der Fall.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) stellte geringe Infektionsraten in einer Untersuchung unter 12.000 Blutspendern fest. Nur etwa 1,3 Prozent hätten Antikörper gebildet. Damit deutet sich aber auch an, dass sich keine hohe Immunität in Deutschland in den vergangenen Monaten ausgebildet hat.

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