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Kindesmisshandlung: Lebenslange Haftstrafe für Eltern aus kalifornischem "Horror-Haus"

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 20.04.2019

Jahrelang hatten sie ihre 13 Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten - nun erging im amerikanischen Riverside das Urteil.

David Turpin (2.v.r) und seine Frau Louise (l) sprechen am Freitag mit ihren Anwälten während einer Verurteilungsanhörung. © Foto: Will Lester/Pool The Orange County Register/AP/dpa David Turpin (2.v.r) und seine Frau Louise (l) sprechen am Freitag mit ihren Anwälten während einer Verurteilungsanhörung.

Ein kalifornisches Ehepaar, das seine Kinder unter grausamen Bedingungen gefangengehalten hat, ist zu mindestens 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die 50 Jahre alte Louise Turpin und ihr 57 Jahre alter Mann David wurden wegen Folter, schwerer Misshandlung und Vernachlässigung von 12 ihrer 13 Kinder schuldig gesprochen, wie die „Los Angeles Times“ und andere US-Medien am Freitag berichteten. Das Strafmaß lautete 25 Jahre bis lebenslang, das heißt, beide müssen mindestens 25 Jahre absitzen, bevor sie auf Begnadigung hoffen können. Das Ehepaar hatte sich im Februar bei dem Prozess in Riverside schuldig bekannt, nachdem es anfänglich die Vorwürfe abgestritten hatte.

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Einige der Kinder waren im Gerichtssaal dabei

Unter Tränen entschuldigten sich David Turpin und seine Frau Louise am Freitag kurz vor der Urteilsverkündung bei ihren Kindern. "Ich wollte meinen Kindern nie irgendeinen Schaden zufügen", beteuerte der Vater. Mehrere der Kinder waren bei der Strafmaßverkündung anwesend. "Ich kann nicht beschreiben, was wir beim Heranwachsen durchgemacht haben", sagte einer der Söhne. Bis heute bereite ihm diese Zeit Albträume. Ebenso wie einige seiner Geschwister sagte der Sohn aber, dass er seine Eltern weiterhin liebe.

Die Vorfälle in dem Haus der Familie in der Stadt Perris südöstlich von Los Angeles waren ans Licht gekommen, als einer 17 Jahre alten Tochter die Flucht gelungen war. Das Mädchen alarmierte über ein Handy die Polizei. Ihre Flucht hatte sie laut den Ermittlern zwei Jahre lang geplant. Als Polizisten das Haus aufsuchten, waren drei der Kinder angekettet. Medien sprachen daraufhin von einem „Horrorhaus“.

Gefesselt und ausgehungert

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll die Misshandlung der Geschwister nach dem Umzug der Familie von Texas nach Kalifornien im Jahr 2010 begonnen haben. Demnach wurden die Kinder mit Ketten gefesselt und an ihre Betten gebunden. Sie seien oft geschlagen geworden und hätten kaum zu essen bekommen. Die Kinder - die zu diesem Zeitpunkt zwei bis 29 Jahre alt waren - waren unterernährt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Am Freitag äußerten sich einige der Kinder zum ersten Mal vor Gericht. Eines der Opfer sagte laut US-Medien: „Meine Eltern haben mir mein ganzes Leben genommen, aber ich nehme es mir jetzt zurück.“ (dpa/AFP)

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