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Landespolizeipräsidium räumt nach Kontrolle von Bremer Fans Fehler ein

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 12.08.2022 RP ONLINE

Wolfsburg. Nach der vieldiskutierten Kontrolle Bremer Fußballfans durch die Wolfsburger Polizei hat das Landespolizeipräsidium Niedersachsen Fehler eingeräumt.

 Fans von Werder Bremen stehen mit ihren Schals auf der Tribüne. © Swen Pförtner Fans von Werder Bremen stehen mit ihren Schals auf der Tribüne.

In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung hieß es, dass die Polizeiinspektion Wolfsburg/Helmstedt am Wolfsburger Bahnhof eine „Kontrollstelle“ eingerichtet habe. An einer solchen müssten sich laut Paragraph 14 des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (NPOG) „nicht nur bestimmte verdächtige Personen, sondern alle Passantinnen und Passanten durchsuchen lassen“. Doch „dafür lagen in dem konkreten Fall nicht die notwendigen Voraussetzungen vor“, teilte die Polizei mit.

Am ersten Bundesligaspieltag am vergangenen Wochenende hätte die zuständige Einsatzleitung „gesicherte Erkenntnisse“ gehabt, „dass es zum Abbrennen von Pyrotechnik innerhalb des Stadions kommen könnte“. Daher habe man „Durchsuchungsmaßnahmen vorgenommen, um Pyrotechnik bei klar definierten Personengruppen, insbesondere bestimmten Ultra-Gruppierungen, sicherzustellen“. Dies sei „grundsätzlich rechtlich zulässig“, wenn „durch diese Maßnahmen das Abbrennen von sogenannten Bengalos, Rauchtöpfen oder anderer Pyrotechnik verhindert werden kann, insbesondere um die Gesundheit der Stadionbesucher zu schützen.“

Eine pauschale Durchsuchung aller sei jedoch nicht gerechtfertigt gewesen. „Denn eine Voraussetzung des § 14 NPOG ist, dass von der Begehung von Straftaten von erheblicher Bedeutung wie etwa schweren Körperverletzungen oder Landfriedensbruch ausgegangen werden kann.“ Eine solche Einschätzung wäre in diesem konkreten Fall nach Prüfung des Landespolizeipräsidiums zu weitgehend gewesen, hieß es in der Erklärung.


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„Zur Fehlerkultur in einer modernen Polizei gehört auch, dass entsprechende Fehler erkannt und benannt werden“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius: „Nur so kann man es zukünftig besser machen.“

Der Umgang der Wolfsburger Polizei mit den Bremer Fans hatte für Unverständnis gesorgt. „Wenn Gäste so behandelt werden, kann das nicht im Sinne des Zuschauersports Fußball sein. Das ist eine Entwicklung, die wir wirklich nicht gutheißen können“, sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald am Sky-Mikrofon. Clemens Fritz, Sportlicher Leiter Profifußball, sprach von einem “absolutem Unding".

Zahlreiche Bremer Fans hatten die Kontrolle verweigert und sich umgehend auf den Heimweg gemacht. Wolfsburg kündigte an, die nicht entwerteten Tickets zu erstatten.

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