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Mindestens elf Tote bei Amoklauf in Montenegro

DW-Logo DW 12.08.2022 dw.com

In der Stadt Cetinje hat ein Mann mindestens zehn Menschen erschossen und sechs weitere schwer verletzt. Die Hintergründe für die Bluttat sind noch unklar. Die Bevölkerung von Montenegro steht unter Schock.

Ermittler untersuchen einen der Tatorte des Amoklaufs von Cetinje, Montenegro © Stevo Vasiljevic/REUTERS Ermittler untersuchen einen der Tatorte des Amoklaufs von Cetinje, Montenegro

Offenbar hat der 34-jährige Täter zunächst eine Mutter und ihre beiden acht und elf Jahre alten Kinder erschossen. Das sagte der Polizeichef von Cetinje, Zoran Brdjanin, in einem Video. Demnach lebten die ersten Opfer als Mieter in dem Haus des Amokläufers im Stadtteil Medovina. Warum er sie erschossen hat, ist bislang völlig unklar. Medien berichteten von einem "Familienstreit".

Anschließend ging der als "V.B." titulierte Mann mit seinem Jagdgewehr auf die Straße und zielte wahllos auf Passanten. Insgesamt schoss er auf 13 Menschen, von denen sieben starben. Sechs wurden verletzt in Krankenhäuser eingeliefert, drei von ihnen schweben nach Angaben der Ärzte in Lebensgefahr.

Passant tötet Amokläufer

Der Amoklauf endete erst, als ein Passant den Täter erschoss. Das sagte die leitende Staatsanwältin Andrijana Nastic. Ihren Angaben zufolge wurde bei dem Einsatz auch ein Polizist verletzt.


Video: Tote an Europas Außengrenzen (DW)

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MontenegrosPräsident Milo Djukanovic schrieb auf Twitter, dass er "tief bewegt" sei von den Nachrichten über "diese schreckliche Tragödie" und rief zu "Solidarität mit den Familien, die geliebte Menschen verloren haben", auf.

Premierminister Dritan Abazovic sprach auf Telegram von einer "nie dagewesenen Tragödie" und rief die Bevölkerung auf, "in ihren Gedanken bei den Familien der unschuldigen Opfer, ihrer Angehörigen und Freunde und allen Bewohnern von Cetinje" zu sein. Er ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Schlimmste Bluttat seit Jahrzehnten

Die 14.000-Einwohner-Stadt liegt etwa 36 Kilometer westlich der Hauptstadt Podgorica. Bis 1918 war Cetinje unter König Nikola I. zur Hauptstadt des Landes gemacht worden. Heute ist sie der Amtssitz des Präsidenten, nicht aber der Regierung.

Das bei Touristen beliebte Land, das seit fast zwölf Jahren offiziell den Status eines EU-Beitrittskandidaten trägt, hat schon lange unter Korruption und organisierter Kriminialität zu leiden. Die Europäische Union hat deshalb Montenegro mehrfach gemahnt, diese Missstände anzugehen.

Amokläufe sind dagegen in Montenegro bislang nur sehr selten gewesen. Der Amoklauf von Cetinje ist nach offiziellen Angaben die schlimmste Bluttat, die sich in den vergangenen Jahrzehnten in dem Land ereignet hat.

mak/ack (afp, dpa, rtre, ape)

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