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Mobiles Bezahlen: Paypal-Kunden in Deutschland mit Android-Handy können nun Google Pay nutzen

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 10.10.2018 Atzler, Elisabeth Schneider, Katharina
In der Bezahl-App von Google kann jetzt auch ein Paypal-Konto hinterlegt werden. © Mastercard In der Bezahl-App von Google kann jetzt auch ein Paypal-Konto hinterlegt werden.

Die US-Techkonzerne Google und Paypal verbünden sich. All jene, die ein Android-Handy haben, können ihr Paypal-Konto nun in der Google-Pay-App als Zahlungsmethode hinterlegen.

Noch steht das Bezahlen per Smartphone in Deutschland ganz am Anfang. Nun könnte es einen weiteren Schub bekommen: Der US-Onlinebezahldienst Paypal stellt seinen deutschen Kunden gerade die mobile Bezahlmethode Google Pay zur Verfügung. Das teilten Google und Paypal am Mittwochmorgen mit.

Google Pay ist Ende Juni in Deutschland mit vier Banken als Partner gestartet. Dazu gehören die Commerzbank und ihre Online-Tochter Comdirect, die Smartphone-Bank N26 und Wirecard. Ihre Kunden können die App auf ihr Smartphone laden, die Kreditkarte ihrer Bank mit Google Pay verknüpfen und dann an der Ladenkasse bezahlen. Auch beim Online-Shopping oder In-App-Käufen ist Google Pay nutzbar. Das ist wichtig, weil der Anteil des Online-Shoppings per Smartphone stark steigt. Auch der E-Commerce insgesamt wächst rasant.

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Das Besondere an der Kooperation von Google und Paypal: Paypal hat in Deutschland bereits fast 21 Millionen Kunden, die den Bezahldienst regelmäßig für ihre Onlineeinkäufe nutzen. Davon können jetzt all jene, die ein Android-Handy haben, ihr Paypal-Konto in der Google-Pay-App als Zahlungsmethode hinterlegen. In Deutschland liegt der Anteil der Smartphones mit Android-Betriebssystem immerhin bei rund 80 Prozent. Besonders freuen dürften sich Verbraucher, die keine Kreditkarte haben.

Ähnlichkeit zur Vodafone Wallet

Für Paypal ist es allerdings nicht der erste Versuch, die deutschen Ladenkassen zu erobern. Im April vergangenen Jahren unterstützte der Bezahldienst den Mobilfunkanbieter Vodafone bei dessen zweitem Anlauf, eine Vodafone Wallet - also eine mobile Geldbörse - zu etablieren. Wie jetzt bei Google Pay wurde auch in der Vodafone Wallet eine virtuelle Debit-Kreditkarte für das mobile Zahlen hinterlegt.

Diese konnte entweder mit einer Visa-Kreditkarte verknüpft werden oder eben mit dem Paypal-Konto. Vorteil der Lösung: Die Bezahldaten waren verschlüsselt auf der SIM-Karte gespeichert, deshalb konnte man auch dann mobil bezahlen, wenn der Handy-Akku leer war. Der Haken: Der potenzielle Kundenkreis für die Mobile-Payment-Variante war auf Nutzer beschränkt, die zugleich ein Android-Smartphone und einen Vodafone-Mobilfunkvertrag hatten. Nach nur 14 Monaten wurde die digitale Geldbörse im Juni eingestellt.

Die deutschen Banken dürften die Zusammenarbeit genau beäugen. Sowohl Paypal als auch Tech-Konzerne wie Amazon, Apple und eben Google könnten den etablierten Geldhäusern künftig mehr und mehr Konkurrenz machen. Beobachter rechnen damit, dass vor allem die großen Tech-Konzerne nach und nach auch Finanzdienstleistungen anbieten.

Bislang allerdings sind auch Paypal und Google auf weitere Partner angewiesen. Beim neuen Angebot ist der Kreditkartenanbieter Mastercard eingebunden. Um Paypal in Google Pay nutzen zu können, wird das Paypal-Konto im Hintergrund mit einer sogenannten digitalen Debit-Mastercard verbunden. Diese dient dann in Google Pay als Zahlungsquelle. Anders als bei klassischen Kreditkarten werden die Umsätze bei Debit-Kreditkarten direkt vom Konto abgebucht.

Wichtig: Damit die Verbindung zu Google Pay klappt, müssen Paypal-Kunden in ihrem Paypal-Konto ein beliebiges Bankkonto hinterlegt haben. Dort interlegte Kreditkarten können laut Paypal "zurzeit nicht verwendet werden".

Vorbild China

Vorreiter beim mobilen Bezahlen ist China. In den meisten anderen Ländern steckt das Bezahlen per Smartphone noch in den Kinderschuhen. Allerdings wird vielerorts weitaus mehr mit Bank- oder Kreditkarte bezahlt als in Deutschland. Die deutschen Verbraucher nutzen an der Ladenkasse immer noch am liebsten Bargeld. Drei Viertel ihrer Einkäufe begleichen sie mit Scheinen und Münzen, wie Zahlen der Bundesbank zeigen. Zudem sehen viele Kunden das Zahlen per Smartphone skeptisch, wie verschiedene Umfragen ergeben haben. Sie haben in erster Linie Sicherheitsbedenken.

Dennoch dürfte sich das mobile Bezahlen nun zusehends verbreiten, zumal auch der Bezahldienst von Apple, Apple Pay, seinen Deutschland-Start für Ende des Jahres angekündigt hat. Bisher sind iPhone-Nutzer außen vor, weil Apple die NFC-Schnittstellen für die Funkübertragung zum Kassenterminal nicht für andere Bezahl-Apps freigegeben hat.

Deshalb sind auch die Angebote deutscher Geldhäuser nur für Android-Geräte nutzbar. Die deutschen Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken bieten seit einigen Wochen eigene Lösungen für Android-Smartphones. Sparkassen-Kunden können seit Ende Juli in einer Extra-Bezahl-App ihre Girokarte sowie ihre Kreditkarte digital hinterlegen und so per Smartphone zahlen. Bei den Volksbanken ist das mobile Bezahlen seit August eine Funktion in der Banking-App.

Die Deutsche Bank war bereits im Frühjahr 2017 mit einer eigenen Lösung gestartet. Kunden brauchen dafür neben einem Android-Smartphone eine Mastercard, weshalb nur ein Bruchteil der acht Millionen Kunden das Angebot nutzen kann. Die Fidor Bank wiederum hat mit „Fidor Pay“ ein Angebot für das mobile Bezahlen.

Eine weitere Möglichkeit für Handy-Zahlungen gibt es schon seit längerem: Das Bonusprogramm Payback ist seit zwei Jahren mit einer App mit Bezahlfunktion am Markt, Payback Pay. Dabei wird auf dem Smartphone ein sogenannter QR-Code generiert, den der Kunde an der Kasse scannen muss. Der Vorteil: Auch iPhone-Kunden können die App nutzen.

Google Pay sowie die Bezahl-Apps der Banken setzen auf die Funktechnik NFC (Near Field Communication). Zuletzt waren in Deutschland rund 475.000 der Kassenterminals damit ausgestattet. Das entspricht knapp 60 Prozent aller Kassenterminals. Der Anteil soll rasch weiter steigen.

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