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Nach Unfall am Rosenmontag: Tierschützer protestieren gegen Pferde in Karnevalszügen

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 13.02.2018 berliner-zeitung
Pferde im Karneval1: dpa © dpa dpa

Nach dem Unglück mit einer Kutsche am Rosenmontag in Köln pochen Tierschützer auf ein Verbot von Pferden bei Karnevalszügen. „Es ist teilweise so eng und so laut, dass das für die Tiere purer Stress ist“, sagte Claus Kronaus vom Netzwerk für Tiere Köln. Weil Pferde Fluchttiere seien, würden sie dann durchdrehen. Auch hohe Auflagen änderten daran nichts.

Am Montag waren in Köln zwei Kutschpferde durchgegangen, fünf Menschen wurden verletzt. Nach Augenzeugenberichten sollen die Tiere mit einer Flasche beworfen worden sein. Die Polizei konnte zunächst nicht sagen, ob das Unglück dadurch ausgelöst wurde. Die Pferde blieben nach Angaben der Behörden unverletzt. Bereits im vergangenen Jahr war ein Pferd im Kölner Rosenmontagszug kollabiert.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul sprach sich unmittelbar nach dem Vorfall gegen ein Pferdeverbot aus. 2018 liefen in Köln nach Angaben des Festkomitees 390 Pferde mit.

Mit Blick auf die Züge am Dienstag bekräftigte auch der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einem Verbot. Pferde bedeuteten ein „unkalkulierbares Risiko für Mensch und Tier“. Der Bund Deutscher Tierfreunde erklärte: „Ein Zug mit Pferden ist Mist.“

Nach Kritik von Tierschützern hatte Köln bereits im Vorfeld strengere Kontrollen für den Umgang mit Pferden beim Rosenmontagszug angekündigt. Die Zahl der eingesetzten Tierärzte wurde mehr als verdoppelt, von zuletzt maximal vier auf neun. Sie sollten vor, während und nach dem Zug einen Blick auf die Pferde und Kutschen haben. Zudem sollten stichprobenartig rund 50 Blutproben genommen und auf unerlaubte Beruhigungsmittel überprüft werden. Im vergangenen Jahr gab es den Angaben zufolge nur 13 Proben dieser Art.

Auch das Festkomitee Kölner Karneval hatte die Richtlinien für die Teilnahme von Reit- und Kutschpferden nach dem Sturz eines Pferdes im vergangenen Jahr verschärft. (dpa)

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