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Nachbarschafts-Streit vor Gericht: Mit Wasserpistole voll Buttersäure gespritzt?

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 12.02.2019 Michael Kupper
Symbolbild © dpa Symbolbild

Im Strafprozess gegen eine 56-jährige Reichshoferin konnte das Amtsgericht Waldbröl am Montag noch kein Urteil sprechen. Die Beweisaufnahme ist noch nicht abgeschlossen, und es müssen Zeugen gehört werden.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete auf körperliche Misshandlung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Angeblich habe die Frau im Sommer 2017 mit einer Wasserpistole Buttersäure auf das Nachbargrundstück gespritzt und sei ein Jahr später mit einem Pkw so gefahren, dass es mit demselben Nachbar auf der Straße vor seinem Haus beinahe eine Kollision gegeben hätte.

Bezüglich des ersten Vorwurfs wollte die Angeklagte nicht aussagen. Zu dem Beinahezusammenstoß äußerte sie, dass sie an dem fraglichen Tag unterwegs gewesen und kurz daheim vorbeigefahren sei, um Wäsche aufzuhängen. Plötzlich habe die Polizei vor der Tür gestanden und sie gebeten, ihr mit laufendem Motor in der Einfahrt stehendes Fahrzeug abzustellen, was sie dann auch getan habe.

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Nachbarschaftsverhältnis sehr belastet

Auch die Nachbarn, die die Polizei gerufen hätten, seien dazugekommen und es habe einen unschönen Wortwechsel mit ihnen gegeben. Kurz darauf sei sie wieder fortgefahren und habe sich gewundert, dass ihr Nachbar auf der Straße stand und die Arme in die Luft werfend hektisch zurück auf den Bürgersteig sprang. Sie habe dann noch einer vorbeifahrenden Bekannten gewinkt und dann ihre Fahrt fortgesetzt.

Der als Zeuge geladene Geschädigte schilderte das Nachbarschaftsverhältnis als sehr belastet. Nach dem Vorfall mit der Buttersäure auf seiner Terrasse wäre es tagelang im Haus nicht auszuhalten gewesen. Es habe nach einer Mischung aus faulen Eiern und Erbrochenem gestunken. Auch habe er zuvor schon zwei Fahrzeuge verschrotten müssen, die ebenfalls mit Buttersäure in Berührung gekommen seien. Noch jetzt, eineinhalb Jahre später, leide er unter Atemwegsbeschwerden.

Kollision durch Hechtsprung entgangen

Auch er schilderte das letztjährige Gespräch mit seiner Nachbarin nach dem Erscheinen der Polizeibeamten als äußerst unerfreulich. Kurz darauf habe er einen Brief wegbringen wollen und beim Überqueren der Straße plötzlich ein Auto auf der falschen Fahrbahnseite auf ihn zukommen sehen. Der drohenden Kollision habe er sich nur durch einen „Hechtsprung“ entziehen können. Seine ebenfalls als Zeugin geladene Frau erinnerte sich, dass ihr Mann zitternd ins Haus gekommen sei und nur gesagt habe: „Sie wollte mich überfahren!“ Ein weiterer Nachbar bestätigte den Vorfall auf der Straße, den er von seiner Haustür aus beobachtet habe.

Da eine Zeugin krankheitsbedingt nicht aussagen konnte und der Verteidiger der Beklagten noch weitere Beweismittel erbringen will, konnte die Beweisaufnahme nicht geschlossen werden. Richter Carsten Becker vertagte daher die Verhandlung auf einen Fortsetzungstermin.

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