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Organhandel : Chinese verkauft seine Niere für ein iPhone - nun ist er ans Bett gefesselt

stern-Logo stern vor 20 Std.

OP - Symbolbild © picture alliance/Friso Gentsch/dpa OP - Symbolbild

Mit 17 Jahren trifft Wang eine radikale Entscheidung: Er verkauft seine Niere auf dem Schwarzmarkt. In einer illegalen Klinik lässt er sich das Organ entfernen. Von dem Geld kauft er sich ein iPhone und ein iPad. Doch an beidem hat er nicht lange Freude. 

Als er 17 Jahre alt war, hatte Wang einen sehnlichen Wunsch: ein iPhone und iPad. Cool wollte er damit sein, wie seine Klassenkameraden. Heute, fast acht Jahre später, ist der junge Mann ans Bett gefesselt und kann selbst nicht glauben, wozu er einst bereit war, um sich seinen Wunsch zu erfüllen. Über den Fall berichten nun zahlreiche chinesische Medien.

Da seine Familie kein Geld für die angesagten Gadgets hatte, suchte der damalige Gymnasiast im Netz nach Rat. Auf der chinesischen Online-Chat-Plattform "QQ" stieß er auf drei Männer, die versprachen, ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Doch im Gegensatz verlangten sie einen besonderen Preis: seine Niere.

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Und Wang war einverstanden. Im April 2011 reiste er aus seiner Heimatstadt in der östlichen Provinz Anhui - einer der ärmsten Regionen Chinas - in die südliche Provinz Hunan. Dort empfingen ihn die drei Männer aus dem Chat und stellten ihn zwei Chirurgen, einem Assistenzchirurg und einer Krankenschwester vor, die alle in einem der örtlichen Krankenhäuser arbeiteten.  

2800 Euro für eine Niere

Doch die Operation fand nicht dort statt, sondern in einer Untergrund-Klinik, wie der größte chinesische Fernsehsender CCTV berichtete. Die Organhändler entfernten Wang die linke Niere und verkauften sie illegal weiter. Wie sich später herausstellte, zahlte der Empfänger für die Niere umgerechnet etwa 28.000 Euro. Wang bekam 2800 Euro für sein Organ - gerade mal zehn Prozent der Verkaufssumme.

Doch die Summe reichte für sein ersehntes iPhone, ein iPad gab es sogar dazu. Nachdem er die Technik erworben hatte, kehrte Wang in seine Heimatstadt zurück. Seine Mutter erfuhr erst von dem Handel, als ihr Sohn mit dem iPhone in der Hand vor ihr stand. Sie rief die Polizei.

Auf Dialyse angewiesen 

Im April 2012 wurden neun in den Fall verwickelte Personen angeklagt und verurteilt, darunter die drei Mittelsmänner und die beiden Ärzte. Sie erhielten Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren. Wangs Familie erhielt 1,47 Millionen Yuan an Entschädigung, umgerechnet etwa 190.000 Euro, wie die chinesische Zeitung "Xiaoxiang Morning Post" berichtete. 

Für Wang nur ein geringer Trost. Der heute 25-Jährige ist ans Bett gefesselt, berichten die chinesisch Website "iFeng" und "Yahoo News" in Taiwan. Er musste sein Studium aufgeben und ist auf die ständige Hilfe und Betretung durch seine Familie angewiesen. Er leidet an Nierenversagen und benötigt eine regelmäßige Dialyse, ohne die er nicht mehr überleben kann. 

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