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Orkantief "Sebastian" wütet in Deutschland - drei Tote

dw.com-Logo dw.com 13.09.2017

Als erster großer Herbststurm des Jahres hat "Sebastian" besonders den Norden und Westen getroffen. In Hamburg kamen zwei Menschen ums Leben, in NRW eine Person. Böen entwurzelten Bäume und deckten Dächer ab.

© picture-alliance/dpa/B. Pedersen

Am Elbanleger Hamburg-Blankenese drückten starke Winde einen Rollstuhlfahrer nach Angaben der Feuerwehr in den Fluss. Ein Großaufgebot suchte mit Tauchern, Booten und einem Hubschrauber nach dem Mann, konnte ihn aber nur noch tot bergen. Bei heftigen Windböen wurde in der Hansestadt zudem ein Passant von einem herabstürzenden Baugerüst erschlagen. Rettungskräfte fanden ihn leblos auf dem Gehweg. Das dritte Opfer ist ein 53-Jähriger, der im nordrhein-westfälischen Brilon von einer umstürzenden Fichte tödlich getroffen wurde. Der Mann war nach Polizeiangaben mit Vermessungsarbeiten in einem Waldstück beschäftigt.

Böen von bis zu 130 Stundenkilometer

Mit heftigen Windböen und Starkregen zog das Sturmtief "Sebastian" über Teile West- und Norddeutschlands hinweg. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts gab es an der Nordseeküste orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometer. Die Schiffe und Fähren zwischen dem Festland und den nordfriesischen Inseln beziehungsweise Halligen im Wattenmeer verkehrten kaum. Die Hochseeinsel Helgoland war per Schiff nicht erreichbar.

Warnung vor Sturmflut

Für die Nordseeküsten und Hamburg gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus. Es sei am Abend und in der Nacht zum Donnerstag mit Wasserständen zwischen 1,50 und zwei Meter über dem mittleren Hochwasser zu rechnen.

Auch im Binnenland brachte "Sebastian" Sturm, Gewitter und Regen. Bäume und Ampeln knickten um. Der Bahnverkehr war vielerorts gestört. Für Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein warnt der Wetterdienst weiter vor orkanartigen Böen. Gefahren drohten etwa durch entwurzelte Bäume oder herabstürzende Dachziegel. Die Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein riet ihren Bürgern schon am Nachmittag, sich nicht im Freien aufzuhalten. Städtische Kindertagesstätten wurden geschlossen, öffentliche Veranstaltungen abgesagt.

"Sebastian dreht nach Osten ab"

In der Nacht zum Donnerstag soll sich die stürmische Wetterlage nach Angaben der Meteorologen zunehmend in Richtung Osten verlagern. In Berlin rief die Feuerwehr am frühen Abend bereits den Ausnahmezustand aus.

Für Hessen und Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus. Bäche und Flüsse könnten Hochwasser führen, zudem seien Überschwemmungen und Erdrutsche möglich. Vor allem der Odenwald, der Schwarzwald und das Saarland sollten betroffen sein.

Flughafen Amsterdam gesperrt

In den benachbarten Niederlanden war der Flugverkehr durch "Sebastian" erheblich beeinträchtigt. Auf dem Airport Amsterdam Schiphol mussten Start- und Landebahnen wegen starker Winde geschlossen werden. Der Flughafen warnte Passagiere vor großen Verspätungen. Die Fluggesellschaft KLM strich rund 60 innereuropäische Verbindungen, wie das Unternehmen mitteilte. Umstürzende Bäume verursachten in den Niederlanden Verkehrsunfälle. Mehrere Menschen wurden verletzt.

se/uh (dpa, afp)

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