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Polizei bei Arafat Abou-Chaker : Tobender Clan-Chef schickt die Beamten wütend weg

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 20.06.2019 Philippe Debionne
Screenshot aus dem im Internet veröffentlichten Video. © Arafat Abou Chaker Screenshot aus dem im Internet veröffentlichten Video.

Ein wütender Clan-Chef, eine schimpfende Frau und dazwischen mehrere hilflos wirkende Polizisten, die sich eine ganze Menge Unverschämtheiten sagen lassen müssen. Auf einem jetzt aufgetauchten Video eines Polizeieinsatzes vor wenigen Tagen wird klar dokumentiert, dass die Einsatzkräfte in gewissen Kreisen dieser Stadt nichts mehr zu sagen haben. Aufgenommen und verbreitet wurde der Film offenbar von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker selbst auf dessen Instagram-Account, inzwischen wurde es mehrfach bei Youtube geteilt.

Vergangene Woche rückte die Polizei auf einem Grundstück in Kleinmachnow in Brandenburg an, das dem Berliner Rapper Bushido gehört. Der Grund: Anna-Maria Ferchichi, die Frau des Musikers ließ die Schlösser an dem Haus auswechseln und bekam dafür Polizeischutz. Um jedoch zu dem Haus zu gelangen, mussten die Einsatzkräfte auch über das Grundstück von Arafat Abou-Chaker laufen. Abou-Chaker und Bushido waren jahrelang enge Geschäftspartner und Freunde, trennten sich dann aber im Streit. 

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Ausraster nach Beleidigungen gegen Clan

Der ließ die Polizisten zunächst gewähren und interessierte sich  nicht weiter für den Einsatz, der weder ihn noch seine Familie betraf. Doch dann eskalierte die Situation plötzlich. Nach Angaben mehrerer Zeugen soll Anna-Maria Ferchichi einen Bruder Arafats über den Zaun hinweg beleidigt haben - und das ließ der Clan-Chef nicht auf sich sitzen. 

Auf dem Video, das Abou-Chaker selbst gedreht und live bei Instagram eingespielt haben soll, ist zu sehen, wie er wütend und mit den Worten "Jetzt wird's heiß hier" auf zwei Polizisten zumarschiert. Einer der Einsatzkräfte möchte den Clan-Chef wegschicken, doch der kontert eiskalt: "Ich bleibe, wo ich will, ist mein Gelände!"

Polizist muss Rasen des Clan-Chefs verlassen

Dann empört er sich gegenüber den Polizisten: "Ihr kommt hierher, mit dieser Frau! Die beleidigt meinen Bruder. Und ihr beschützt die noch? Armes Deutschland!" Anschließend fordert er die Polizisten höflich, aber bestimmt auf, von seinem Rasen zu gehen. Was zumindest einer der Polizisten daraufhin auch macht.

Als derselbe Polizist die Lage deeskalieren will und anbietet, mit Bushidos Frau zu reden, damit sie keine weiteren Beleidigungen ausspricht, explodiert Arafat Abou-Chaker mit den folgenden Worten: "Holen Sie sich ein Stück K**ke, in ihren Mund stopfen Sie das. Wir sind hier kein Abschaum, dass man uns beleidigt!"

MDS-BKU-2019-01-19-71-142867562 © imago/Future Image MDS-BKU-2019-01-19-71-142867562

Als sich der Beamte dann beschwert, dass der Clan-Chef ihn beim Sprechen anspucken würde, faucht Abou-Chaker: "Ich pi**e auf mein Gelände, ist mein Gelände." Anschließend erklärt er dem Polizisten, dieser sei ein "falscher Fuffziger". Zu guter Letzt diktiert Arafat Abou-Chaker dem Ermittler dann den Weg, auf dem er das Gelände verlassen soll. Was dieser dann auch macht. 

Kein richterlicher Durchsuchungsbeschluss  

Fakt ist: In diesem Fall hatte Arafat Abou-Chaker tatsächlich das Recht, die Einsatzkräfte von seinem Gelände zu verweisen. Es lag kein Durchsuchungsbeschluss oder eine ähnliche richterliche Anordnung vor, worauf der Clan-Chef die Polizei auch mehrfach  hinweist. Stattdessen ging es zunächst nur um das Austauschen von Schlössern an Bushidos Haus. 

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