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Presseschau: "Es brennt unsere Geschichte"

ZEIT ONLINE-Logo ZEIT ONLINE vor 6 Tagen Jona Spreter

Das Feuer an Notre-Dame ist eingedämmmt. Was bleibt, ist die Traurigkeit über das Unglück. Auch in der französischen Presse.

Löscharbeiten an der Kathedrale Notre-Dame de Paris © Philippe Wojazer/Reuters Löscharbeiten an der Kathedrale Notre-Dame de Paris

Ein Brand hat die Pariser Kathedrale Notre-Dame am Montagabend stark beschädigt. Die Flammen zerstörten weite Teile des Daches und brachten einen Kirchturm zum Einsturz. Nach mehrstündigen Löscharbeiten konnte die Feuerwehr den Brand aber unter Kontrolle bringen, die Struktur der gotischen Kathedrale und die Fasse mit den beiden Haupttürmen konnte gerettet werden. Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr befürchtet, die gesamte Kirche könnte einstürzen. Doch auch wenn das Schlimmste verhindert wurde: Die Bestürzung über das Feuer ist groß, die französische Presse reagiert sichtlich betroffen.

Elise Vincent und Nicolas Chapuis beschäftigen sich in der Tageszeitung Le Monde mit der möglichen Ursache des Feuers. Die Staatsanwaltschaft habe ein Verfahren wegen "unfreiwilliger Zerstörung durch ein Feuer" eingeleitet. Ein kriminelles Motiv sei von vornherein ausgeschlossen worden. Die Ermittlungen könnten sich allerdings als langwierig und heikel erweisen. Der Brandherd liege im Bereich eines umfangreichen Renovierungsprojekts, an welchem seit dem Sommer 2018 gearbeitet werden. Da das Feuer diesen Teil der Kathedrale weitgehend zerstört habe, gebe es wenig Hoffnung auf materielle Beweise.

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In der Zeitung Figaro schaut auf die Reaktion von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Eigentlich wollte der Präsident am Montagabend eine Rede an die Nation halten, sagte diese jedoch wegen des Feuers ab. Macron fuhr zur Kathedrale und hielt dort eine Ansprache: Dabei wandte er sich unter anderem an die Katholikinnen und Katholiken, die das Feuer in der Osterwoche besonders verletze. "Diese Kathedrale werden wir alle zusammen aufbauen. Und es ist wahrscheinlich ein Teil des französischen Schicksals", sagte Macron. Die Zeitung nennt dieses Versprechen ein "ambitioniertes Projekt."

Die Tageszeitung Libération lässt Pariserinnen und Pariser zu Wort kommen, die sich am Montagabend nahe der Kathedrale versammelt hatten. Eine von ihnen habe die Fotos von der brennenden Kirche zunächst für eine Fotomontage gehalten und sei sofort hergekommenm schreiben Jérôme Lefilliâtre, Charles Delouche und Julie Brafman. "Es tut einem im Herzen so weh, es ist die Seele von Paris", zitiert die Zeitung eine Bewohnerin des vierten Arrondissements. Eine andere Frau sagte der Zeitung zufolge: "Ich fühle mich so hilflos. Wir möchten etwas tun, aber wir können nichts tun. Es ist mehr als ein Gebäude das brennt, es ist unsere Geschichte."

Die Regionalzeitung Le Dauphiné libéré schreibt, wieso sich der Einsatz von Löschflugzeugen bei Notre-Dame verbiete. Die Zeitung zitiert die französische Generaldirektion für Sicherheit und Zivilisation, derzufolge ein solcher Einsatz technisch nicht geeignet sei, um diese Art von Feuer zu löschen. Der Luftabfall könne zu einem Zusammenbruch der gesamten Struktur führen und Kollateralschäden an Gebäuden in der Umgebung verursachen. Unter anderem Donald Trump hatte auf Twitter den Einsatz von sogenannten Wasserbombern vorgeschlagen.

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