Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Rechts-Posse: Mörder will lebenslängliche Strafe abgesessen haben - weil er wiederbelebt wurde

stern-Logo stern vor 5 Tagen mma
Seit 22 Jahren sitzt Benjamin S. im Gefängnis (Symbolbild) © Picture Alliance/Silas Stein/ Seit 22 Jahren sitzt Benjamin S. im Gefängnis (Symbolbild)

Wann ist eine lebenslängliche Strafe beendet? Diese Frage warf nun ein verurteilter Mörder in den USA auf. Er musste im Krankenhaus gegen seinen Willen wiederbelebt werden - und fordert nun seine Freiheit.

18 Jahre - so lange war seine lebenslängliche Gefängnisstrafe wegen Mordes, argumentiert Benjamin S. Dann sei er 2015 durch einen Notfall gestorben und hätte die Strafe dadurch abgesessen. Nun sei er frei und schon vier Jahre zu lange im Gefängnis, so seine Argumentation. Doch so einfach ist die Sache nicht.

MSN-Leser interessieren sich für:

Wunderläuferin: Fünf Knochenbrüche und Suizid-Gedanken 

Gaunerzinken: Die geheimen Zeichen der Ganoven

Mauerfall: Wo waren Sie am 9.11.1989?

Als S. im Jahre 1997 verurteilt wurde, war die Lage noch sehr klar: Lebenslänglich, ohne die Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung, urteilte der Richter. Als einziger Weg aus dem Gefängnis bliebe damit der Tod. Und genau der sei auch eingetreten, argumentieren S. und seine Anwälte.

Lebendig wider Willen

Im Jahr 2015 musste der Insasse unter höchster Eile ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein besonders großer Nierenstein hatte eine Sepsis ausgelöst, S. lag im Sterben. Ein Anruf bei seinem Bruder sollte die Situation eigentlich klären: Der Gefangene hatte eine Patientenverfügung erstellt, wollte nicht wiederbelebt werden. Nur Schmerzmittel seien in Ordnung, erklärte der Bruder. Die Mediziner entschieden sich trotzdem zur Wiederbelebung: Gleich fünf Mal sollen sie ihn mit Medikamenten gegen seinen Willen ins Leben zurückgeholt haben. Zudem wurden in einer Operation die geschädigten Organe gerettet, so "CNN".

Seit 2018 versuchte er nun, deshalb frei gesprochen zu werden. Er sei im Krankenhaus gestorben, argumentierte er vor Gericht. Seine Strafe sei lebenslang gewesen, "nicht lebenslänglich und einen Tag", so geht es laut dem "De Moines Register" aus Gerichtsakten hervor.

Wann ist ein Mensch tot?

Die Richter konnte er so aber nicht überzeugen. Das Argument sei "nicht überzeugend und entbehre jeder Grundlage", erklärten die Richter in einem ersten Urteil. Das wurde letzte Woche nun von einem Revisionsgericht bestätigt. Auch dort argumentierte man, dass ein lebenslänglich Verurteilter bis zum Ende seines natürlichen Lebens hinter Gittern bleiben müsse. "S. ist entweder noch am Leben und muss im Gefängnis bleiben. Oder er ist tot. Dann wäre der Fall hinfällig", entschied die Richterin. Da niemand seinen Tod festgestellt hätte, sei S. noch am Leben.

Zu seinem Vorwurf, die Ärzte hätten seine Patientenverfügung ignoriert, wollte sie sich nicht äußern. Da sich das erste Gericht nicht dazu geäußert hätte, gäbe es keine Grundlage, es im Revisionsverfahren zu bewerten. Ob S. es noch einmal versuchen will, ist nicht bekannt.

Quellen: De Moines Register, CNN

Erfahren Sie mehr:

News des Wochenendes: Bielefeld: Tausende demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch am Jahrestag der Pogromnacht

"Körperlich und geistig misshandelt": Wie das Nike Oregon Projekt die Karriere von Wunderläuferin Mary Cain zerstörte

Kult-Show: Monsteralarm in New York - die "Sesamstraße" wird 50

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

mehr von stern

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon