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RKI meldet 498 Neuinfektionen – Lockdown-Verlängerung in Gütersloh

WELT-Logo WELT 30.06.2020

Weltweit sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als eine halbe Million Menschen an dem Virus gestorben. Das haben die Wissenschaftler der Johns Hopkins Universität bekanntgegeben. Besonders viele Neuinfektionen gibt es in Brasilien und den USA. Quelle: WELT/Lea Freist © WELT/Lea Freist Weltweit sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als eine halbe Million Menschen an dem Virus gestorben. Das haben die Wissenschaftler der Johns Hopkins Universität bekanntgegeben. Besonders viele Neuinfektionen gibt es in Brasilien und den USA. Quelle: WELT/Lea Freist

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Montagmorgen meldete (Datenstand 30.6., 0 Uhr).

Vor allem der Ausbruch in der Schlachtfabrik der Firma Tönnies trieb die bundesweiten Zahlen nach oben. Allein im Kreis Gütersloh gibt es aktuell laut RKI 2254 Corona-Infektionen. Dort wird der von Bund und Ländern vereinbarte Grenzwert von 50 Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner klar überschritten.

Dort wächst auch die Zahl nachgewiesener Corona-Infektionen von Menschen ohne direkten Bezug zu den Beschäftigten der Fleischfirma. Binnen sieben Tagen einschließlich Samstag (21. bis 27. Juni) habe sich die Zahl dieser Fälle auf 107 erhöht, teilte der Kreis am Sonntagabend mit. Das sind 32 mehr als für den Vergleichszeitraum am Vortag (20. bis 26. Juni).

Die mehr als 360.000 Bewohner des Kreises Gütersloh müssen noch mindestens bis zum 7. Juli mit Lockdown-Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen leben, teilte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit. Die landesweit geltenden Abstands- und Hygienevorschriften würden um zwei Wochen bis Mitte Juli verlängert.

Weiterhin zeige aber die Mehrzahl der Betroffenen keine Krankheitssymptome und es sei auch nach wie vor kein Anstieg der Zahl von Erkrankungen zu verzeichnen, erklärte der Kreis in Abstimmung mit dem RKI. Die Zunahme bestätigter Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 liege vermutlich an der starken Ausweitung der Tests von Menschen ohne Symptome. Viele lassen sich derzeit testen, weil sie hoffen, mit einem negativen Corona-Test in ihrem Urlaubsdomizil nicht abgewiesen zu werden.

8973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 1000 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 29.6., 0.00 Uhr, bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 29.6., 0.00 Uhr, auf 0,63 (Vortag: 0,71). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die Zahl der weltweit registrierten Coronavirus-Infektionen lag am Montagabend laut Johns-Hopkins-Universität bei mehr als 10,2 Millionen. Mehr als 504.900 Menschen starben bereits an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der täglichen gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen neuen Rekordwert geklettert. Binnen 24 Stunden seien weltweit 189.000 neue Fälle registriert worden, teilte die WHO am Sonntagabend mit.

Corona in Brasilien

Am schwersten betroffen bleiben die USA vor Brasilien, dem bevölkerungsreichsten und flächenmäßig größten Land Lateinamerikas. Dort wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen 24 Stunden 24.052 neue Infektionen und 692 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,37 Millionen bekannte Fälle und 58.314 Todesfälle.

In Brasilien breiten sich die Infektionen von den Metropolen immer mehr ins Landesinnere mit oftmals schlechter Gesundheitsversorgung aus. Mit den Lockerungen von Quarantänemaßnahmen sei die Zahl der Todesfälle im Bundesstaat São Paulo überproportional angestiegen, berichtete die Zeitung „Folha de São Paulo“ am Sonntagabend (Ortszeit). Eine ähnliche Entwicklung gibt es in den Bundesstaaten Rio de Janeiro, Minas Gerais und Pará im Amazonasgebiet. Da viele Orte über keine Hospitäler verfügen, gehen Gesundheitsexperten zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Corona-Testzentrum am Flughafen Gütersloh © dpa/David Inderlied Corona-Testzentrum am Flughafen Gütersloh

Trotz der weiteren Ausbreitung des Virus gestattete der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Marcelo Crivella, weitere Öffnungen. So können jetzt Geschäfte, Schönheitssalons und Fitnessstudios wieder besucht werden. Auch die Strände sind offen. Ab 1. August soll auch wieder Unterricht in den staatlichen Schulen stattfinden. In São Paulo sind auch Geschäfte wieder offen, allgemeine Quarantänemaßnahmen wurden jetzt aber bis zum 14. Juli für den gesamten Bundesstaat verlängert.

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Corona in den USA

Die meisten Opfer haben die USA zu beklagen, hier starben mehr als 126.100 Menschen. Die Zahl der Neuinfektionen hat in den südlichen Bundesstaaten seit Freitag einen neuen Höchststand erreicht. Am Wochenende wurden rund 88.000 Neuinfektionen gemeldet, insgesamt liegt die Zahl der Fälle über 2,58 Millionen. Angesichts weiter steigender Infektionszahlen nimmt Kalifornien einige Lockerungen zurück. Gouverneur Gavin Newsom ordnete für sieben Landkreise – darunter Los Angeles – die Schließung von Bars an. Dies gelten in den USA als häufige Infektionsherde.

Am Freitag schlossen Texas und Florida gleich alle Bars. Kalifornien ist mit fast 40 Millionen Einwohnern – grob halb so viele wie Deutschland – der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat.

Australien verzeichnet den größten Anstieg neuer Fälle seit etwa zwei Monaten. Der Bundesstaat Victoria gibt 75 neue Infektionen in den vergangenen 24 Stunden bekannt. Zwar fehlen zunächst Zahlen aus mehreren anderen Landesteilen.

Der Anstieg ist jedoch schon jetzt der größte in Australien seit dem 11. April. Victoria erwägt nun die Wiedereinführung von Beschränkungen wie ein Abstandsgebot, sagen Gesundheitsbehörden. Die Maßnahmen waren ab Mai gelockert worden.

Großbritannien ist das am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Dort starben 43.659 Menschen, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. 313.470 Menschen waren nachweislich infiziert.

In den zuvor stark betroffenen Regionen in Südwesteuropa hat sich das Infektionsgeschehen deutlich verlangsamt. Spanien meldete zuletzt 248.970 Infektionen und 28.346 Tote, Italien 240.436 Infektionen und 34.744 Tote und Frankreich 201.522 Infektionen und 29.816 Verstorbene.

In Schweden sind mittlerweile mehr als 5000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Die Zahl der von der Johns-Hopkins-Universität verzeichneten Todesfälle stieg auf 5310. Mehr als 67.667 Corona-Infektionen wurden in dem skandinavischen EU-Land bislang nachgewiesen.

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell bereut mittlerweile einen Teil seiner Strategie im Umgang mit dem Coronavirus. Der Schutz vor einer Ansteckung der Älteren in schwedischen Senioreneinrichtungen sei gescheitert und die Todesrate „schrecklich“, sagte Tegnell im schwedischen Radio. „Wir dachten vermutlich, dass unsere alters-segregierte Gesellschaft uns erlauben würde, eine Situation zu vermeiden wie in Italien, wo verschiedene Generationen viel häufiger zusammenleben. Aber das erwies sich als falsch.“

Zum Vergleich: Im benachbarten Dänemark, wo etwa halb so viele Menschen wie in Schweden wohnen, sind bislang 12.951 Infektionen bestätigt sowie 605 Tote verzeichnet worden.

In Russland melden die Behörden 6719 festgestellte Neuinfektionen. Das ist der geringste tägliche Zuwachs seit dem 29. April. Insgesamt liegt die Zahl der ermittelten Ansteckungen nun bei 641.156. Die Zahl der Todesfälle steigt in den vergangenen 24 Stunden um 93 auf 9166.

Alle aktuellen und weltweiten Entwicklungen zum Coronavirus können Sie in unserem Live-Ticker verfolgen.

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