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Schnell reagiert: Hamburger kann nicht schlafen – und rettet damit ein Menschenleben

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 22.03.2019 Olivier David
Karl Depta (80), Rentner aus Waldenau. Durch einen Zufall stieß er auf die Webcam-Bilder des Blankeneser Hafens. Das rettete einem Mann das Leben. © y Karl Depta (80), Rentner aus Waldenau. Durch einen Zufall stieß er auf die Webcam-Bilder des Blankeneser Hafens. Das rettete einem Mann das Leben.

Eine Geschichte wie aus einem Märchen: Weil Karl Depta (80) nicht schlafen konnte, zappt er sich durch die Webcam-Bilder des Wedeler Hafens, in dem normalerweise seine Jacht „Raja“ liegt. Beim Umschalten landet er im benachbarten Hafen von Blankenese und entdeckt Erstaunliches: Ein Mann ging nachts um drei auf dem Blankeneser Anleger umher – wenig später trieb er hilflos im Wasser. Depta reagiert blitzschnell – seine Reaktion rettete dem Mann das Leben.

Immer wenn Karl Depta nicht einschlafen kann – was im Übrigen nicht oft vorkommt, guckt der Rentner auf seinem Handy über eine Webcam nach dem Heimathafen seiner Jacht „Raja“. Die liegt wegen der Winterpause gerade vor dem Haus der Deptas in Waldenau (Pinneberg).

Die Nacht zu Donnerstag war eine dieser schlaflosen Nächte, Depta guckte auf dem Smartphone nach dem Heimathafen seiner Jacht, später zappte er in der Ansicht des Wedeler Webcam-Anbieters Grassau weiter und stieß auf die Kamera am Blankeneser Anleger.

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Was der 80-Jährige dort sah, ließ ihn stutzig werden. Ein Mann lief am Blankeneser Anleger auf und ab. An sich noch nichts Außergewöhnliches, um drei Uhr nachts erschien ihm das jedoch seltsam. Etwa 20 Minuten lang ging das so, irgendwann wurde es dem Rentner zu bunt und er legte sich wieder schlafen. Der Mann jedoch ließ ihm keine Ruhe. „Als ich nach 20 Minuten wieder einschaltete, trieb der Mann dann im Wasser, ich sah aber, dass er sich noch bewegte“, so Depta zur MOPO.

„Er trieb mit der Strömung in Richtung Hamburg, das konnte ich gut sehen, weil die Webcam direkt aufs Wasser zeigte“, so der Rentner. „Ich bin dann rüber zu meiner Frau und hab sie geweckt.“ Gemeinsam überlegt das Ehepaar, was zu tun sei. Die beiden gucken im Telefonbuch nach der Nummer der Wasserschutzpolizei und rufen an. „Da ist einer ins Wasser gefallen, hab ich denen gesagt“, erzählt Depta.

Etwa 40 Minuten trieb der 72-jährige Mann im Wasser, bis die Feuerwehr ihn völlig unterkühlt bergen konnte. Zu dem Zeitpunkt waren bereits Polizisten vor Ort, ein erster Versuch, den Mann mithilfe eines Rettungsringes zu bergen, ging schief. Der Mann habe sich am Ponton festgeklammert, die Helfer hätten Schwierigkeiten gehabt, seinen Griff zu lösen, so sehr habe sich der Mann festgehalten, sagt Depta.

Gesagt haben ihm das Polizisten noch in derselben Nacht. „Die riefen später noch mal an und erzählten, dass sie ihn gefunden hätten und dass er unterkühlt, aber am Leben sei“, erzählt der Rentner.

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