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Sechs Tote in Rot am See: 26-jähriger Sportschütze erschießt auch seine Eltern

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 24.01.2020

In Rot am See hat ein Mann sechs Familienmitglieder getötet. Der Täter wurde festgenommen. Sein Motiv ist unklar.

Nach Schüssen in Rot am See im Nordosten Baden-Württembergs stehen Polizisten am Tatort. © Foto: dpa/Sebastian Gollnow Nach Schüssen in Rot am See im Nordosten Baden-Württembergs stehen Polizisten am Tatort.

In Rot am See in Baden-Württemberg hat am Freitagmittag ein 26-Jähriger sechs Menschen erschossen. Unter den Opfern sind auch der Vater und die Mutter des Täters. Zudem wurden zwei weitere Menschen verletzt, wie ein Sprecher der Polizei Aalen bei einer Pressekonferenz mitteilte. Eine Person schwebe demnach noch in Lebensgefahr. Der Täter besitzt nach Angaben der Ermittler einen Waffenschein und ist Sportschütze.

Der 26 Jahre alte Täter mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde festgenommen. Sobald sein Rechtsanwalt vor Ort ist, soll er vernommen werden. Der Täter schoss mit einer Pistole, wie die Polizei am Freitag bekanntgab. Hinweise zu weiteren Tätern gab es nicht. Wie ein Sprecher der Polizei dem Tagesspiegel sagte, gebe es aktuell keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

Täter meldete sich selbst bei der Polizei

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um drei Männer im Alter von 36, 65 und 69 und um drei Frauen im Alter von 36, 56 und 62 Jahren. Alle sechs Opfer standen nach derzeitigem Kenntnisstand der Polizei in einem familiären Verhältnis zu dem Täter. Jedoch sei bei vier von ihnen bislang unklar in welchem.

Die Todesopfer sind wohl in einem Gebäude als auch außerhalb des Hauses gefunden worden. Zwei der Opfer wurden in dem Gebäude entdeckt und vier weitere davor.

Der Täter bedrohte zudem zwei Jugendliche im Alter von 12 und 14 Jahren. Die beiden Jungen werden derzeit psychologisch betreut – sei seien ebenfalls mit dem 26-Jährigen verwandt.

Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar – die Polizei machte dazu keine Angaben. Man habe mit dem mutmaßlichen Schützen aber ein „geordnetes Gespräch führen“ können. Am Samstag soll der Mann dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der Täter hat sich ersten Ermittlungen zufolge nach der Tat telefonisch bei der Polizei gemeldet. Die Polizei wurde um 12.48 Uhr alarmiert. Um 12.57 waren erste Einsatzkräfte vor Ort und nahmen den Täter fest. Die Beamten erklärten, dass sie schnell „mit starken Kräften“ am Tatort gewesen seien.

Die Tat ereignete sich in der Bahnhofstraße in der Gemeinde im Landkreis Schwäbisch-Hall. Die Polizei war mit einem Großeinsatz vor Ort, zeitweise waren 100 Einsatzkräfte im Einsatz.

Der Täter soll selbst in dem Haus gelebt haben, in dem er die Tat verübt habe. Auch einige der Opfer hätten in dem Gebäude gelebt. Bislang sei der 26-Jährige nicht strafrechtlich aufgefallen.

Die Gemeinde Rot am See hat knapp 5400 Einwohner und liegt zwischen Crailsheim (Baden-Württemberg) und Rothenburg ob der Tauber (Bayern). Jährlich im Oktober findet dort die „Muswiese“ statt, einer der ältesten und größten Jahrmärkte in Hohenlohe.

In der Bahnhofsstraße herrschte um 15.17 Uhr eine gespenstische Stille. Die Polizei hat den Tatort mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, rund ein Dutzend Beamte warteten in der sonnigen Kälte auf der Straße.

Mitarbeiter der Spurensicherung in weißen Anzügen gingen in das Gebäude, das sich in einer Straße mit mehreren Wohnhäusern befindet. In dem Gebäude befindet sich eine Gaststätte namens „Deutscher Kaiser“. Vor dem Haus sprühten Beamte mit Dosen gelbe Streifen auf die Straße. (Tsp mit dpa und AFP)

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