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Stromschlag an Supermarkt-Kasse: Wer ist Schuld am Tod des kleinen Jonathan (4)?

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 24.01.2019 mopo
Der kleine Jonathan starb an den Folgen eines Stromschlages. © Wittenberg Der kleine Jonathan starb an den Folgen eines Stromschlages.

Der kleine Jonathan wurde nur vier Jahre alt: Nach einem Stromschlag an einer Supermarktkasse war das Kind im Sommer 2016 verstorben. Wer ist Schuld an seinem Tod? Am Donnerstag will das Amtsgericht Harburg ein Urteil sprechen.

Es ist der 31. Mai 2016, als das Leben von Jonathan endet: Der vierjährige Junge ist mit seinem Vater in einem Harburger Supermarkt beim Einkaufen. An der Kasse greift er an ein Geländer – und erleidet einen Stromschlag. Das Kind sackt zusammen, sofort werden Rettungskräfte alarmiert. Jonathan wird ins Krankenhaus gebracht – doch die Ärzte verlieren den Kampf um sein Leben: Einen Tag später stirbt der Vierjährige.

Wer ist Schuld an dem furchtbaren Unglück? Das versucht das Amtsgericht Harburg zu klären. Angeklagt sind die beiden Marktleiter des Harburger Ladens. Der 44-Jährige Erol A. (44) und seine 48 Jahre alte Schwester Türkan D. haben sich nach Überzeugung des Oberstaatsanwalts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen schuldig gemacht.

Auch als Laien hätte ihnen auffallen müssen, dass ein Elektro-Trafo in dem Supermarkt schlampig angebracht worden war, heißt es in der Anklage. Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine Strafe von einem Jahr Haft auf Bewährung. Die Nebenklage verlangt sogar eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren – womöglich auf Bewährung, je nachdem, zu welchem Schluss das Gericht käme, sagte der Anwalt, der die Eltern des Jungen vertritt.

Erol A. © Schimkus Erol A.

Anders sieht die Verteidigung: Sie will einen Freispruch der beiden Angeklagten erreichen. Der Anwalt von Türkan D. argumentierte, seine Mandantin habe eine Fachfirma mit der Installation der Elektroanlage beauftragt und hätte daher darauf vertrauen können, dass dies fachgerecht geschehen sei. Außerdem sei es der Anklage nicht gelungen zu beweisen wer den Trafo wann angeschlossen habe, so der Anwalt von Erol A.

Das Urteil soll am Donnerstag gegen 10.30 Uhr verkündet werden.

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