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Täter filmte Angriff live: 40 Tote bei Terror-Attacken auf Moscheen in Neuseeland

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 15.03.2019 mopo

picture alliance/ZUMA Press © picture alliance/ZUMA Press picture alliance/ZUMA Press

Bei einem Moschee-Angriff in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat es laut Medienberichten 40 Tote gegeben.

Die Polizei bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte und gab an, dass es „an zwei Orten“ Schusswaffenangriffe gegeben habe. Es handelte sich um die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum und um eine Moschee im Vorort Linwood.

Neuseeland: „Bedeutende Zahl“ an Todesopfern

Die Polizei sprach zuvor von einer „bedeutenden Zahl“ an Todesopfern.

Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Die Lage war auch Stunden nach den ersten Schüssen noch unklar.

Medien berichten von neun Toten

Neuseeländische Medien berichteten zunächst von mindestens neun Toten und Dutzenden Verletzten.

Christchurch: Vier Verdächtige wurden festgenommen

Polizeisprecher Mike Bush sagte, dass vier Verdächtige festgenommen worden. Es handele sich um drei Männer und eine Frau, so Bush am Freitag. Der Angriff sei von einem „extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen“ verübt worden, sagte Regierungschef Scott Morrison.

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An den Fahrzeugen der Angreifer seien Sprengsätze gefunden worden, die von der Armee entschärft worden seien.

Die ersten Schüsse fielen nach Augenzeugenberichten gegen 13.45 Uhr Ortszeit (01.45 Uhr MEZ). In der Moschee waren demnach mehr als 300 Gläubige. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug.

Mit seiner automatischen Waffe soll er immer wieder in die Menschenmenge geschossen haben.

Neuseeland: Videobotschaften des mutmaßlichen Täters

Im Internet kursieren ein Video und verschiedene Botschaften, die angeblich von dem Täter stammen. Zuverlässig überprüfen ließ sich das zunächst nicht.

Im Kurzbotschaftendienst Twitter warnte die neuseeländische Polizei, „extrem erschreckende Bilder” aus einer der angegriffenen Moscheen kursierten im Internet. Es handelte sich demnach um Bilder, die ein Angreifer selbst live im Internet übertragen hatte. Die Polizei rief dazu auf, das Material nicht weiterzuverbreiten.

In einigen Videos ist klar die Einfahrt, der Zaun und Bäume einer Moschee in Christchurch zu sehen. Weiteren Berichten zufolge soll der Mann den Angriff aus der Ego-Perspektive mittels einer Helm-Kamera live übertragen haben.

Neuseeland: Täter filmte Angriff aus der Ego-Perspektive

In einem der besagten Videos ist zu sehen, wie ein Mann in einem Auto zu der Moschee fährt. Er ist ausgerüstet mit einer schweren Weste und mehreren Waffen. Auf den Waffen und Magazinen im Fußraum und dem Beifahrersitz des Wagens stehen Botschaften.

Ob der Täter das Video tatsächlich vor dem Angriff aufnahm, ist bislang jedoch noch nicht klar.

Premierministerin verurteilt Angriff scharf

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. In einer kurzen Stellungnahme sprach die sozialdemokratische Politikerin von einem der „dunkelsten Tage“ in der Geschichte ihres Landes.

Für so etwas gebe es „keinen Platz in Neuseeland“. Zugleich sprach sie den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. „Neuseeland ist deren Heimat. Sie hätten sich hier sicher fühlen sollen.“

Polizeisprecher Bush: „Sehr ernste Serie an Ereignisse”

Die Lage war auch nach Stunden unklar. Polizeisprecher Bush sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer „sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen“. Zugleich appellierte er an alle Muslime in Neuseeland, zuhause zu bleiben. „Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen.“

Die Stadt riegelte wegen der unklaren Lage alle staatlichen Gebäude ab. Neben Schulen wurden auch das Rathaus, die städtische Bücherei und Museen geschlossen.

Bürgermeisterin Lianne Dalziel appellierte an die Einwohner, die Innenstadt zu meiden. Sie sagte: „Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.“

(dpa/afp/red)

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