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Terror-Prozess in Hamburg: Angeklagte sollen Bombe auf Friedhof getestet haben

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 21.10.2019 Ann-Christin Busch
Die Angeklagten mit ihren Verteidigern im Gerichtssaal. © dpa Die Angeklagten mit ihren Verteidigern im Gerichtssaal.

Hatten sie Furchtbares geplant? Seit Montag müssen sich drei Männer vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts verantworten. Die 23-jährigen Shahin F. und Hersh F. sollen gemeinsam einen Terroranschlag mit dem Sprengstoff TNT geplant haben. Ein dritter Mann soll sie unterstützt haben, indem er versuchte, eine Waffe zu kaufen.

Shahin F. und Hersh F. betreten das Gericht in dicken Winterjacken, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Ihnen wird die Planung einer schweren staatsgefährdenden Straftat und der unerlaubte Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vorgeworfen. Der dritte Mann, Sarkwat N. (36), ist wegen Beihilfe zu ersterer Tat angeklagt.

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Schon die erste Frage der Richterin nach den Geburtsdaten der Angeklagten stellt sich als Hürde heraus. Bei allen herrscht Unsicherheit. „Bei Gott, ich weiß es nicht und ich möchte hier nicht lügen“, übersetzt die Dolmetscherin die Antwort von einem von ihnen. Ursprünglich kommen sie aus dem Irak und sind als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Planung eines Terror-Anschlags: Sympathien mit dem IS

Seit ihrer Verhaftung Ende Januar im schleswig-holsteinischen Dithmarschen sitzen sie in Untersuchungshaft. Denn die Vorwürfe gegen sie sind schwer: Seit Mitte November 2018 sollen Shahin F. und Hersh F. gemeinsam einen islamistisch motivierten Terroranschlag geplant haben. Sie sollen Sympathisanten der Terror-Organisation Islamischer Staat sein und bewusst den Kontakt zu deren Mitgliedern gesucht haben. Ihr Ziel sei ein Anschlag auf sogenannte „Ungläubige“ gewesen. Auf Menschen, die nicht an den Islam glauben. Mit dem Sprengstoff TNT und Waffengewalt hätten sie möglichst viele von ihnen töten wollen.

Angeklagte sollen Bombe aus Feuerwerkskörpern gebastelt haben

Eine entsprechende Zündvorrichtung und Anleitung zum Bombenbauen sollen sie sich von einem Verbindungsmann in Großbritannien besorgt haben. Selbst erste Tests der Bomben habe es schon gegeben. In verschiedenen Supermärkten sollen sich Shahin F. und Hersh F. Feuerwerkskörper besorgt und aus dem Schwarzpulver ein erstes Modell der Bombe gebaut haben. Sogar zu einem ersten Test sei es gekommen – auf dem örtlichen Friedhof. Da ihnen die Sprengkraft des Schwarzpulvers scheinbar nicht ausreichte, hätten sie sich anschließend für die Verwendung von TNT interessiert.

Waffenkauf scheiterte – Preis sei zu hoch gewesen

Doch auch Waffen sollten nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei dem Plan eine Rolle spielen. Hier kommt der dritte Angeklagte Sarkwat N. ins Spiel. Er habe sich, obwohl er von der Gesinnung seiner Bekannten wusste, zur Beschaffung einer scharfen Waffe bereiterklärt. Sarkwat N. soll auch bereits eine Waffe im Auge gehabt haben, eine Markarow für 1500 Euro. Doch zur Übergabe sei es nie gekommen. Den Angaben zufolge war dem Angeklagten der Preis für die Waffe zu hoch. Er habe nur ein Drittel bezahlen wollen.

Aufgrund dieser Tatsachen, erklärte die Richterin dass der 36-Jährige bei einem Geständnis mit einer Strafe im „bewährungsfähigen Bereich“ rechnen könnte. Dies wären bis zu zwei Jahren Haft, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnten.

Am Montag erklärten die Verteidiger von allen drei Angeklagten, dass sie nicht zu einer Aussage bereit wären. Die Hauptverhandlung wurde daraufhin unterbrochen. Am Dienstag soll es weitergehen. Insgesamt sind für den Prozess zehn Verhandlungstage bis Anfang Dezember festgelegt worden.

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