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Todesangst, Whisky und Gebete – so erlebte Hawaii den falschen Raketen-Alarm

watson.ch-Logo watson.ch 14.01.2018 Adrian Müller
Todesangst, Whisky und Gebete – so erlebte Hawaii den falschen Raketen-Alarm © AP/AP Todesangst, Whisky und Gebete – so erlebte Hawaii den falschen Raketen-Alarm

«Rakete im Anflug, das ist keine Übung»: Der Katastrophenschutz der US-Pazifikinsel Hawaii hat eine falsche Push-Nachricht an eine Million Menschen versendet. Die Reaktionen. 

Um 8.08 Uhr in der früh verschickte der Katastrophenschutz auf Hawaii diese Push-Meldung an über eine Million Menschen – und löste Panik aus. 

Bild © AP/FR132415 AP Bild

«BEDROHUNG DURCH ANFLIEGENDE BALLISTISCHE RAKETE. SOFORT SCHUTZ SUCHEN. DIES IST KEINE ÜBUNG.»

Auch Fernseh- und Radiosender verbreiteten die Warnung. 

Während 38 Minuten herrschte auf dem US-Inselparadies Todesangst. Denn so lange brauchte die Katastrophenschutzbehörde, um Entwarnung zu geben. «Ein Mitarbeiter hat den falschen Knopf gedrückt», erklärte der Gouverneur später lapidar. 

Mehr als eine halbe Stunde voller Angst und Ungewissheit. Viele Bewohner glaubten, ihr letztes Stündlein habe nun geschlagen. Erst vor wenigen Wochen hatte Hawaii das Atom-Alarmsystem getestet. Dies als Reaktion auf das Säbelrasseln Nordkoreas. 

Die Erlebnisberichte

«Wir haben 15 Minuten. Und niemand weiss, wo die Rakate einschlägt. Es waren die schlimmsten Momente meines Lebens. Ich hatte Todesangst», schildert Ashly Trask ihre Gedanken nach dem Alarm zu CNN. 

Ein Video auf Twitter zeigt, wie Passanten und Studenten offenbar verängstigt auf der Strasse herumrennen. Touristen seien völlig verstört an den Stränden herumgeirrt. 

Amy Pottinger sass gerade in einem Café, als die Push-Meldung auf dem Display aufploppte: «Die Leute gingen sofort unter die Tische, um Schutz zu suchen». 

«Ich sass mit meinen Kindern in der Badewanne und wir haben gebetet.» //Matt LoPresti

Der hawaiianische Politiker Matt LoPresti wurde durch den Alarm geweckt. Er sei sofort mit seiner Familie in Deckung gegangen, im bestgeschützten Raum seines Hauses – dem Bad.

«Ich sass mit meinen Kindern in der Badewanne und wir haben gebetet», erzählt LoPresti über die bangen Minuten. Ständig seien Messages von Freunden und Bekannten reingeflattert. «Ich sagte allen, sie sollen sich in Sicherheit bringen.» 

Das vermeintliche Ende der Welt wollte Joshua Keoki Versola nicht nüchtern erleben. Er öffnete eine Flasche Hibiki 21, ein preisgekrönter japanischer Whisky.

«Ich leerte einige Drinks runter und wollte mich mit Stil verabschieden», sagte Versola dem Guardian

«Der Alarm war so surreal», sagt Hea Paet zur «Huffington Post». Sie sei sofort zu ihrem Verlobten ins Haus gerannt. Sie hätten sich umarmt. «Ich liebe dich, das könnte unser Ende sein», seien ihre Worte gewesen. Dann hätten sie ihren Eltern Textnachrichten geschickt. «Falls wir es nicht schaffen. Machts gut, wir lieben euch.»

Was sagt Trump? Die Reaktionen

Hawaiis Gouverneur David Ige entschuldigte sich bei den Bewohnern Hawaiis für den Fehler. «Das hätte nicht passieren dürfen», sagte er bei einer Pressekonferenz. Es werde daran gearbeitet, dass sich Derartiges nicht wiederholen könne.

Donald Trump hat sich bislang noch nicht zum Malheur geäussert. Er verbringt das Wochenende wieder mal auf seinem Golf-Anwesen. 

Ein früherer Berater von Barack Obama konnte sich einen Kommentar dazu nicht verkneifen. «Zum Glück spielte Trump Golf.» Und meint wohl damit, dass der US-Präsident womöglich einen Gegenschlag gestartet hätte ...

Die Behörden haben nun eine Untersuchung gestartet, wie es zum Malheur kommen konnte. 

Übrigens: Der entsprechende Mitarbeiter des Katastrophenschutzes hat den Fehler offenbar erst bemerkt, als er die Push-Mitteilung auf seinem Handy sah. Dies berichten US-Medien. 

(amü)

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