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Tot aufgefundener Junge in Ahrensfelde: Todesursache weiterhin rätselhaft

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung vor 5 Tagen Alexander Schmalz
Bekannte haben in der Nähe des Fundorts der Leiche Abschied von Max genommen. © Oberst Bekannte haben in der Nähe des Fundorts der Leiche Abschied von Max genommen.

Zwei Tage wurde er vermisst. Dann spürte ein Hund die Leiche von Max R. (13) in einer Ruine bei Ahrensfelde auf. Seit fünf Monaten stellt der mysteriöse Tod des Marzahners die Ermittler vor ein unlösbares Rätsel. Starb er an einer Überdosis Drogen oder an Gift? Wurde er ermordet? Auch ein zweites toxikologisches Gutachten brachte keine Klarheit.

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Selbst Spezialisten stoßen trotz modernster Technik an ihre Grenzen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder hatte extra ein externes medizinisches Institut beauftragt, um die Todesursache aufzuklären. Mit sogenannten Hochdruck-Flüssigkeitschromatografen und Massenspektrometern wurden die Substanzen in den Geweben der Leiche analysiert. Doch weder die Obduktion noch die beiden toxikologischen Gutachten brachten irgendwelche Erkenntnisse. Offenbar hatte der Schüler hochgiftige Substanzen im Blut, die zwei Tage nach seinem Tod nicht mehr nachweisbar waren. Sicher ist das jedoch nicht.

Max R. © zVg Max R.

„Das ist eine unzufriedenstellende Situation für die Ermittlungsbehörden und natürlich vor allem auch für die Angehörigen“, sagt Oberstaatsanwalt Ulrich Scherding zum der Berliner Zeitung.

Hat Max eine giftige Pflanze konsumiert?

„Es gibt Schätzungen, dass etwa 1.200 bis 2.000 Tötungsdelikte pro Jahr nicht bemerkt werden – und ein Großteil davon sind wahrscheinlich Giftmorde“, erklärt Prof. Dr. Burkhard Madea, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Bonn. Eine Überdosis Drogen wäre nach Ansicht des Spezialisten im Blut oder Urin nachzuweisen gewesen. 

„Wurden flüchtige Stoffe, also etwa Gas oder Inhalationsnarkosemittel verwendet, dann sind sie sehr bald nicht mehr nachweisbar“, sagt Dietrich Mebs, der über 40 Jahre lang Toxikologe an der Universität Frankfurt am Main war. 

Gelände auf dem die Leiche gefunden wurde © Eric Richard Gelände auf dem die Leiche gefunden wurde

Denkbar sei auch, dass Max mit einem Freund eine giftige Pflanze konsumierte, um sich in einen Rausch zu versetzen. Die Schwarze Tollkirsche beispielsweise trägt von Juni bis September berauschende Blüten – also genau in der Zeit, als Max tot aufgefunden wurde (2. August 2018). Zehn bis zwölf dieser Beeren können bei einem Erwachsenen zum Tod führen. Allerdings wäre das giftige Atropin nachweisbar gewesen. Gleiches gilt für Stechäpfel. 

Die Ungewissheit über die Umstände seines Todes bleibt

Die Ermittler hoffen, mit Hilfe des 16-jährigen Kumpels von Max den Fall doch noch lösen zu können. Der Junge war mit Max an dem Abend verabredet, an dem der 13-Jährige verschwand. In den Befragungen verstrickte sich der 16-Jährige in Widersprüche. Er sagte, er sei einen Tag vor dem Leichenfund in den Marzahner „Gärten der Welt“ völlig desorientiert aufgewacht. An der Hose und an den Schuhen hatte er Blut. Erinnern kann er sich angeblich an nichts. Die Symptome erweckten den Eindruck, dass er giftige Substanzen konsumiert haben könnte.

Mittlerweile ist die Leiche von Max freigegeben und bestattet worden. Die Familie von Max konnte damit endlich Abschied nehmen. Doch die Ungewissheit über die Umstände seines Todes bleibt. 

Auch wenn die Staatsanwaltschaft nicht weiß, gegen wen und wegen was sie ermitteln soll, sei der Fall noch nicht zu den Akten gelegt.

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