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Unglück in Glinde: Kinder ertrinken in Regen-Rückhaltebecken

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 10.08.2018
Taucher und Feuerwehrleute mit Rettungsbooten suchten das Rückhaltebecken nach dem Unglück ab. © René Schröder Taucher und Feuerwehrleute mit Rettungsbooten suchten das Rückhaltebecken nach dem Unglück ab.

Drama am Rande eines Gottesdienstes in Glinde bei Hamburg: Zwei Kinder sind am Freitagmittag in ein Regenrückhaltebecken gefallen und untergegangen. Ersthelfer zogen sie aus dem Wasser, danach wurden sie in ein Hamburger Krankenhaus gebracht. Stundenlang kämpften die Ärzte um ihr Leben – vergeblich.

Nach ersten Erkenntnissen hatten die Kinder (5 und 6 Jahre alt) einen großen Gottesdienst in einem nahegelegenen Hotel verlassen, mit dem Hinweis, auf die Toilette zu müssen. Bald danach seien sie vermisst worden. Bei der Suche wurden sie dann in dem nahe gelegenen Regenrückhaltebecken gefunden. 

Die Kinder wurden mit einem Rettungswagen in ein Hamburger Krankenhaus gebracht. © dpa Die Kinder wurden mit einem Rettungswagen in ein Hamburger Krankenhaus gebracht.

Die Ränder des Beckens fallen hinter Büschen steil ab und sind mit einer möglicherweise rutschigen Folie bedeckt. Das Wasser sei am Rande nur etwa einen halben Meter tief, in der Mitte aber zwei Meter, sagte ein Feuerwehrsprecher. 

Einer der Ersthelfer, Billy Atabhojie, sagte, ein Kollege, der das erste Kind herausholte, habe ihn gewarnt: „Das Wasser ist gefährlich!“ Dann seien sie beide hineingesprungen und hätten versucht, das zweite Kind zu retten. Der zuerst eingetroffene Polizist habe ihnen beim Rauskommen geholfen.

Rettungstaucher im Einsatz in dem Rückhaltebecken © dpa Rettungstaucher im Einsatz in dem Rückhaltebecken

Zwei Taucher der Feuerwehr Hamburg suchten das Gewässer ab, weil zunächst noch ein drittes Kind in dem Teich vermutet wurde. Das nur wenige Meter lange und breite Becken dient auch als Feuerlöschteich. Es sei eingezäunt, sagte der Feuerwehrsprecher.

Wie die Kinder durch den Zaun gelangten, ist unklar. Es seien offenbar mehrere Kinder gewesen, denn nach dem Unglück seien einige von ihnen zurückgelaufen und hätten die Erwachsenen alarmiert.

In dem Hotel habe eine europaweite Veranstaltung einer afrikanischen christlichen Gemeinschaft mit etwa 300 Teilnehmern stattgefunden, so der Feuerwehrsprecher. Der anwesende Priester habe nach dem Unfall die Seelsorge übernommen. Zwei Frauen, vermutlich die Mütter der Kinder, seien kollabiert und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht worden, sagte der Sprecher.

Die Freiwillige Feuerwehr Glinde war mit 25 Mann im Einsatz. Unterstützt wurden sie von den Tauchern und der Polizei, fünf Rettungswagen, mehreren Notärzten und einem Hubschrauber.

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