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Unglücks-Jet 737 MAX: Überflug verweigert: Deutsche Behörden zwingen Boeing von Norwegian zur Landung in Frankreich

stern-Logo stern 12.06.2019 Till Bartels
Eine von 18 Boeing 737 Max 8 der Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle © Picture Alliance Eine von 18 Boeing 737 Max 8 der Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle

Der Flug ohne Passagiere sollte von Malaga nach Stockholm gehen. Doch kurz vor der deutschen Grenze musste die Boeing 737 Max 8 mehrmals kreisen und abdrehen. Schon in Frankreich war die Reise beendet.

Es war gestern kein normaler Flug mit Urlaubern zwischen Spanien und Skandinavien. Bei dem Flug der Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle handelte es sich um einen Sonderflug, nur mit der Crew im Cockpit: ein so genannten " repositioning flight" – einen Überführungsflug.

Denn das Flugzeug war keine normale Boeing 737, sondern eine vom Typ Max. Seit dem 17. März gilt für alle bisher ausgelieferten Maschinen ein weltweites Flugverbot, nachdem es kurz hintereinander zu zwei Abstürzen gekommen war: Am 29. Oktober 2018 verloren 189 Menschen beim Lion-Air-Absturz bei Jakarta in Indonesien und am 10. März 2019 bei der Ethiopian-Air-Katastrophe bei Addis Abeba 157 Menschen ihr Leben.

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Die Maschine von Norwegian startete am Dienstag um 6.45 Uhr Ortszeit im südspanischen Malaga, verließ bei San Sebastian den spanischen Luftraum und flog eine Diagonale über Frankreich, um über Deutschland und Dänemark die Reise bis nach Stockholm in Schweden fortzusetzen.

Doch der Flug mit der Kennung DY8922 kam nicht weit: Screenshots der Webseiten von radrabox24.com und flightradar24.com zeigen, dass der zweistrahlige Jet kurz vor Saarbrücken noch im französischen Luftraum mehrere Warteschleifen flog, ehe die Piloten nach Westen abdrehten und auf dem Flughafen Châlons Vatry in der französischen Provinz landeten. Wie die Website airlive.net meldet, verweigerten die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Einflug der Boeing 737 Max.

Norwegian gehört in Europa mit 18 Maschinen zu den größten Betreibern dieses Flugzeugtyps. Mit der Verhängung des Flugverbots schafften es nicht mehr alle Exemplare zurück zu ihren Heimatflughäfen in Norwegen und Schweden. Teilweise wurde die betroffenen Maschinen am Rande der Flughäfen der Urlaubsorte geparkt, wo Gebühren von 60 Euro pro Stunde kassiert werden.

Flugverbot bis zum 8. September verlängert

Trotz des Groundings der gesamten Flotte sind Ausnahmeflüge der Boeing 737 Max dennoch möglich, aber ohne Passagiere. "In diesem Fall behauptet die norwegische Regierung, von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) autorisiert worden zu sein, einen Neupositionierungsflug zur Basis durchzuführen", schreibt airlive.net. "Diese Genehmigung hindert die europäischen Länder jedoch nicht daran, den Zugang zu ihrem Luftraum zu verweigern."

Nach Auskunft einer Sprecherin der Deutschen Flugsicherung gegenüber dem Branchenprotal aero.de lag am Dienstagabend die Anfrage einer "Durchflugmöglichkeit" für den Folgetag einer 737 Max 8 vor. Aber der deutsche Luftraum sei für die Boeing 737 Max weiterhin "absolute Tabuzone". Das anfänglich bis zum 11. Juni befristete Flugverbot wurde inzwischen bis zum 8. September verlängert.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA rechnet nach jüngsten Angaben damit, dass das Flugverbot für Boeings Unglücks-Jet erst zum Jahresende aufgehoben wird.

Quellen: airlive.net., aero.de, flightradar24.com

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