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Urteil: Leichen-Museum bleibt geöffnet

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 13.09.2017 berliner-kurier
Für Plasinator Gunther von Hagens (72) und seine Frau Angelina Whalley siegten vor Gericht. © dpa Für Plasinator Gunther von Hagens (72) und seine Frau Angelina Whalley siegten vor Gericht.

Sieg für Dr. Tod! Gunther von Hagens darf sein umstrittenes „Menschen Museum“ unter dem Fernsehturm weiter öffnen. Hier zeigt er präparierte Leichen und Körperteile. Die Leichen-Schau verstößt nicht gegen das Bestattungsgesetz, urteilt das Berliner Verwaltungsgericht.

Seit drei Jahren kämpft der Bezirk Mitte gegen das Leichen-Museum von Dr. Tod. Mit dem Argument, die plastinierten Leichen gehörten per Gesetz auf dem Friedhof, wollten die Behörden vor Gericht die Schau noch vor der Eröffnung (2015) verbieten lassen. Das gelang aber nicht. Nun versuchte der Bezirk mit einem Trick das Museum zu schließen. Er drohte mit einem Zwangsgeld, wenn die Schau weiter gezeigt wird.

Richter ließ eine Berufung zu

Dagegen klagten nun von Hagens und seine Ehefrau vor dem Berliner Verwaltungsgericht. Mit Erfolg. Richter Björn Schaefer sieht in der Leichen-Schau keine Verstöße gegen das Berliner Bestattungsgesetz. Begründung: Die Behörde habe nicht ausreichend ermittelt, ob die Voraussetzungen erfüllt seien, um die Präsentation aller Exponate zu verbieten.

Als anatomisches Institut sei der Kläger vom Verbot, Leichen öffentlich auszustellen, ausgenommen, wenn die Ausstellung wissenschaftlichen Zwecken diene, entschieden die Richter. Dazu zähle der mit dem „Menschen Museum“ verfolgte populärwissenschaftliche Ansatz.

Allerdings darf Gunther von Hagens seine Leichen nur unter einer Bedingung weiter zeigen.

Für jedes Exponat muss eine ausreichende Einwilligungserklärung des Körperspenders vorliegen, so das Gericht. Dies sei für zehn von derzeit 13 ausgestellten Ganzkörperplastinate, die das Museum zeigt, nicht der Fall. Dr. Tod muss daher nun sein Museum umbauen, die fragwürdigen Exponate aus der Schau nehmen.

Der Richter ließ eine Berufung am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zu.

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