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US-Rapper R. Kelly festgenommen

dw.com-Logo dw.com 23.02.2019 dw.com
Der Rapper bei einem Auftritt 2013 © picture-alliance/dpa/abaca/Chicago Tribune/N. DiNuzzo Der Rapper bei einem Auftritt 2013

Schon seit Jahrzehnten gibt es schwere Anschuldigungen gegen den Sänger - stets wies er sie zurück. Nun wurde erneut Anklage erhoben. Die jüngsten Vorwürfe werden durch ein Video untermauert.

Der US-Sänger R. Kelly ist von der Polizei festgenommen worden. Zuvor hatte er sich den Behörden in Chicago gestellt. Hintergrund ist eine Anklage wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen. Die Taten sollen in den Jahren 1998 bis 2010 verübt worden sein. Staatsanwältin Kim Foxx sagte, es gehe um vier Opfer. Drei von ihnen waren zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Missbrauchs zwischen 13 und 16 Jahren alt.

Mehrere Fernsehsender zeigten Live-Bilder von Kellys Ankunft vor dem Polizeigebäude. Schon an diesem Samstag sei ein Termin vor dem Untersuchungsrichter angesetzt, berichten US-Medien. Anfang März soll der Sänger vor Gericht erscheinen.

Freispruch 2008

Kelly sieht sich seit Jahrzehnten mit dem Vorwurf konfrontiert, minderjährige Frauen missbraucht zu haben. Im Jahr 2008 - sechs Jahre nach Anklageerhebung - war er in einem anderen Verfahren vom Vorwurf der Kinderpornografie freigesprochen worden.

Der Polizeipräsident von Chicago, Eddie Johnson, und Staatsanwältin Kim Foxx © Getty Images/S. Oslon Der Polizeipräsident von Chicago, Eddie Johnson, und Staatsanwältin Kim Foxx

Nach Angaben des Opfer-Anwalts Michael Avenatti werden die inzwischen neu aufgekommenen Anschuldigungen durch ein Video untermauert, das den Sänger beim Sex mit einer Minderjährigen zeigen soll. Avenatti hatte bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, das Video an die Ermittler in Kellys Wohnort Chicago übergeben zu haben.

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Der Anwalt des Sängers, Steve Greenberg, hatte noch vor der Anklageerhebung erklärt, Kelly bestreite "illegale Handlungen jeglicher Art". Auch frühere Anschuldigungen hatte der Musiker durch seinen Anwalt zurückweisen lassen.

Plattenlabel macht einen Schnitt

Der US-Sender "Lifetime" hatte im Januar eine sechsstündige Dokumentation ausgestrahlt, in der mehrere Frauen den Sänger beschuldigten, Sex mit Mädchen unter 16 Jahren gehabt zu haben. Andere Zeugen versichern, der durch Hits wie "I Believe I Can Fly" bekannte Musiker habe Frauen wie Sexsklavinnen gehalten. Daraufhin kündigte das Plattenlabel RCA die Zusammenarbeit mit Kelly auf.

jj/nob (dpa, afp)


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