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Vatikan-Rätsel um verschwundenes Mädchen weiter ungelöst

dpa-Logodpa 21.07.2019 dpa
Menschen erinnern in Vatikanstadt an Emanuela Orlandi, die im jahr 1983 als 15-Jährige verschwand. © Foto: Gregorio Borgia Menschen erinnern in Vatikanstadt an Emanuela Orlandi, die im jahr 1983 als 15-Jährige verschwand.

Der Vatikan hat einen neuen Anlauf genommen, das Rätsel um ein vor 36 Jahren verschwundenes Mädchens zu lösen. Dabei entdeckte ein Expertenteam am Samstag «Tausende» Knochen auf dem deutschen Friedhof im Vatikan.

Anhand derer soll nun nicht nur geklärt werden, ob es die Überreste der verschwundenen Tochter eines Vatikan-Dieners, Emanuela Orlandi, sind. Gesucht wird mittlerweile auch nach den Gebeinen zweier adeliger Frauen, die auf dem Friedhof bestattet liegen sollten.

Um den Verbleib von Orlandi ranken sich seit Jahren Verschwörungstheorien. Die damals 15-Jährige verschwand 1983 nach dem Besuch einer Musikschule. Auf der Suche nach ihr hatte der Vatikan Mitte Juli zwei Gräber auf dem deutschen Pilgerfriedhof Campo Santo Teutonico öffnen lassen: Von Sophie von Hohenlohe (gestorben 1836) und Herzogin Charlotte Friederike zu Mecklenburg (gestorben 1840). Doch überraschenderweise waren die beiden Gräber komplett leer.

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Bei der Suche nach deren Überresten wurden dann Beinhäuser - also Räume zur Aufbewahrung von Gebeinen - auf dem Friedhof entdeckt. Durch eine Falltür ging es am Samstag nach unten. Dort bot sich den Experten erneut eine Überraschung: «Wir haben nicht erwartet, so viele Knochen zu finden. Heute wurden Tausende sichergestellt, es wird vermutet von Dutzenden Personen», zitierten italienische Medien Giorgio Portera, den von der Familie Orlandi engagierten Gutachter. Die Knochen könnten von Erwachsenen, aber auch jüngere Menschen stammen. Er sprach von «langen, kleinen und zersplitterten» Knochen. Diese alle zu überprüfen, würde einige Zeit dauern.

Der Vatikan erklärte lediglich, es seien Knochenreste entnommen worden, die nun untersucht werden müssen. Es sei allerdings nicht vorherzusagen, wann Ergebnisse vorliegen, sagte Sprecher Alessandro Gisotti. Am kommenden Samstag sollte die Operation mit einer «eingehenden morphologischen Untersuchung» weitergehen. «Mit dieser Tätigkeit beweist sich erneut die Einsatzbereitschaft des Heiligen Stuhls für die Familie Orlandi», so Gisotti.

Auf dem kleinen Friedhof hinter Vatikanmauern liegen eigentlich Geistliche und Adelige vor allem aus dem deutschsprachigen Raum. Er war ins Visier geraten, nachdem die Familie Orlandi einen Hinweis auf ein Grab mit einem Engel bekommen hatte - das von Sophie von Hohenlohe. Emanuelas Bruder Pietro Orlandi vermutet in dem Fall auch eine Mitwisserschaft des Vatikans.

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