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Vermisste Rebecca: Fußgänger finden Decke, 20 Stunden später stirbt Hoffnung erneut

EXPRESS-Logo EXPRESS 17.10.2020 express
Die 15-Jährige Rebecca war am Morgen des 18. Februar 2019 bei Familienangehörigen im Maurerweg (Berlin) aufgebrochen - in ihrer Schule in der Fritz-Erler-Allee kam sie laut Polizei nicht an. Mit diesem Foto wurde und wird nach der Schülerin gesucht. © picture alliance/dpa Die 15-Jährige Rebecca war am Morgen des 18. Februar 2019 bei Familienangehörigen im Maurerweg (Berlin) aufgebrochen - in ihrer Schule in der Fritz-Erler-Allee kam sie laut Polizei nicht an. Mit diesem Foto wurde und wird nach der Schülerin gesucht. Zu sehen ist die Rebecca R. , die seit 2019 vermisst wird. © picture alliance/dpa Zu sehen ist die Rebecca R. , die seit 2019 vermisst wird.

Neue Hoffnung im Vermisstenfall Rebecca: Am Donnerstagabend (15. Oktober) haben zwei Fußgänger in einem Wald am Wolziger See in Brandenburg eine Decke gefunden. Da beide sich daran erinnerten, dass im Fall Rebecca nach einer Fleecedecke gesucht wird, riefen sie die Polizei. Das berichtet die „Bild“.

Polizisten bestätigten den Verdacht, dass es sich dabei um die gesuchte Decke handeln könnte. Sie wurde sichergestellt und umgehend untersucht. Rund 20 Stunden später dann die Erkenntnis: „Es gibt keine Verbindung zum Fall Rebecca“, so eine Polizeisprecherin zu der Zeitung.

Auf der Suche nach dem vermissten Mädchen gibt es also keine neue heiße Spur. Diese leise Hoffnung ist nach nicht einmal einem Tag wieder gestorben.

Für die Mutter der seit anderthalb Jahren vermissten Rebecca R. (damals 15) aus Berlin ist es mittlerweile trauriger Alltag geworden, nicht zu wissen, was mit der eigenen Tochter passiert ist.

Was ihre Hoffnung dennoch am Leben hält, erzählte sie im August in einem knapp 24-minütigen Interview mit dem YouTuber Jarow.

Mutter von vermisster Rebecca R. gibt Interview

Darin betont Rebeccas Mutter mehrfach, dass sie weiterhin daran glaube, dass ihre Tochter noch am Leben sei:

„Ich denke, sie wird festgehalten“, erzählt sie. Damit widerspricht Brigitte R. eindeutig der Staatsanwaltschaft und der Polizei, die beide von einem Verschwinden ausgehen, das im Zusammenhang mit einem Gewaltverbrechen stehen könnte. Man gehe mittlerweile sogar davon aus, dass Rebecca tot sei.

Seit Rebeccas Verschwinden am 18. Februar 2019 ermittelt die Mordkommission in dem Fall, der wohl zu den mysteriösesten Vermissten-Fällen der Hauptstadt in den letzten Jahren zählt.

Fall Rebecca: Brigitte R. hat die virtuelle Präsenz ihrer Tochter im Verdacht

Rebecca, die wie viele gleichaltrige Jugendliche auf Instagram aktiv war, ist dort möglicherweise an eine gefährliche Person geraten, das deutete zumindest ihre Mutter im Interview an: „Ich finde es sehr gefährlich. Die Mädels laden Bilder rauf und antworten vielleicht jemandem – und man weiß nicht, mit wem man eigentlich schreibt.“

Weil Rebeccas Mutter über kein aktuelles Bild zum Zeitpunkt des Verschwindens verfügte, mussten die Ermittler auf ein Foto von Rebeccas Instagram-Account zurückgreifen, das die damals 15-Jährige stark geschminkt und bearbeitet zeigt.

„Rebecca trug zum Zeitpunkt ihres Verschwindens die Haare kürzer und wir hatten kein aktuelles Foto“, erklärte die Mutter.

Polizei hatte zunächst Rebeccas Schwager im Verdacht

Zu Beginn der Untersuchungen geriet der Ehemann von Rebeccas älterer Schwester, Florian R. (27), in den Fokus der Ermittlungen.

Rebecca übernachtete am Vorabend im Haus ihrer Schwester in Berlin-Britz, bevor sie am Folgetag letztendlich verschwinden sollte.

Die Polizei wurde auf zwei dubiose Autofahrten nach Polen und Handydaten des Schwagers aufmerksam, die den Anschein erweckten, er könne Rebecca verschleppt haben.

Der 27-Jährige stand zwischenzeitlich unter dringendem Tatverdacht und saß sogar in Untersuchungshaft, die er aber nach nur wenigen Tagen verlassen durfte.

Im engsten Familien-Kreis glaubte man jedoch nie an die Beteiligung von Florian R. und verteidigte ihn immer wieder in der Öffentlichkeit.

Polizei schließt Ermittlungen nicht ab

Auf Anfrage des „Stern“ teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit, dass sich der derzeitige Ermittlungsstatus nicht von dem von vor sechs Monaten unterscheide.

Dennoch wolle man den Fall um Rebecca R. nicht als sogenannten „Cold Case“ deklarieren und die Ermittlungen einstellen.

Brigitte R. möchte sich auch zukünftig ihren Optimismus bewahren: „Ich hoffe immer noch das Beste: Dass sie irgendwann gefunden wird.“ (cw)

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