Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Verstoß gegen den Tierschutz: McDonald's zeigt Schlachthof an

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 14.02.2018 ksta
Mcces: McDonald's zeigt Schlachthof an © AP McDonald's zeigt Schlachthof an

Die Fastfoodkette McDonald's und Tierrechtsaktivisten haben nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Verantwortliche eines Schlachthofs in Baden-Württemberg gestellt. Es gehe um den Verdacht des Verstoßes gegen den Tierschutz, teilten das Unternehmen und der Verein Soko Tierschutz mit. Für eine Bestätigung war die Staatsanwaltschaft Mosbach am Mittwoch nicht zu erreichen.

Der Schlachthof in Tauberbischofsheim wurde am Mittwoch von den Behörden geschlossen. Vom Veterinäramt gesichtete Überwachungsvideos hätten Anlass zum sofortigen Handeln gegeben, sagte ein Sprecher des Landratsamts.

200 Rinder pro Tag geschlachtet

Der Schlachthof gehört zur Firma OSI mit Europa-Sitz in Gersthofen bei Augsburg, einem Lieferanten von McDonald's. Täglich wurden dort laut Landratsamt circa 200 Rinder geschlachtet. McDonald's bezog nach eigenen Angaben rund 30 Prozent des Fleisches.

OSI kündigte eine Untersuchung und ein erneutes Training bezüglich der firmeneigenen Tierwohlstandards an: „Auch wenn wir das Videomaterial nicht gesehen haben, finden wir die Anschuldigungen beunruhigend und haben die Produktion im Schlachthof (...) vorübergehend gestoppt.“

Rinder sollen sich beim Ausbluten bewegt haben

Anlass für die Schließung waren vom Verein Soko Tierschutz mit versteckten Kameras gedrehte Bilder. Darauf ist unter anderem zu sehen, dass sich Rinder beim Einstich in den Hals und beim Ausbluten bewegen - das hält der Vorsitzende Friedrich Mülln für einen Hinweis darauf, dass sie nicht richtig betäubt sind. Er spricht von „verheerenden Tierschutzzuständen“.

Auch ein McDonald's-Sprecher sagte: „Die uns vorgelegten Aufnahmen aus dem Schlachthof beinhalten auch aus unserer Sicht gravierende Verfehlungen in dem Schlachtbetrieb. Dies ist für uns nicht akzeptabel.“

Mängel bereits 2015 angemahnt

Der Schlachthof, in dem schon 2015 Mängel angemahnt worden waren, bleibt nun nach Behördenangaben geschlossen, bis die Einhaltung des Tierschutzes sichergestellt ist. Das Bildmaterial aus dem Schlachthof wurde von Soko Tierschutz auch an das Fernseh-Magazin „Stern TV“ übergeben, das am Mittwochabend auf RTL darüber berichten wollte. (dpa)

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger
Kölner Stadt-Anzeiger
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon