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Viele Fragezeichen nach Edekas leeren Regalen

DIE WELT-Logo DIE WELT 21.08.2017
Edeka hatte in der Vergangenheit bereits mit Marketingkampagnen für Aufsehen gesorgt © pa/dpa Edeka hatte in der Vergangenheit bereits mit Marketingkampagnen für Aufsehen gesorgt

In einem Hamburger Edeka-Markt sind plötzlich als Symbol gegen Rassismus und für offene Grenzen die Verkaufsflächen leer geräumt. Doch die Guerilla-Aktion sorgt für gemischte Reaktionen.

Wer am Samstag in der Edeka-Filiale in der Hamburger HafenCity einkaufen wollte, hat nicht mehr die Produkte seiner Wahl bekommen – auf großen Teilen der Verkaufsfläche herrschte gähnende Leere. Kleine Schilder gaben Hinweise auf die Gründe dafür: "So leer ist ein Regal ohne Ausländer" stand etwa in der Käsetheke. An der Salatbar war zu lesen, dass die Auswahl heute Grenzen kenne. In der Weinabteilung fand sich der Hinweis, dass es "ohne Vielfalt ziemlich langweilig" wäre. Die Aktion, so scheint es, ist ein Zeichen gegen Protektionismus und für offene Grenzen.

Rasend schnell verbreiteten sich am Wochenende Bilder der Aktion in sozialen Medien. Viele Nutzer loben die "gelungene Aktion", die in vielen Märkten in Deutschland umgesetzt werden solle. Doch oftmals finden sich in den Kommentarspalten auch kritische Stimmen. So fragt etwa jemand, was "internationaler Handel mit Rassismus und Diskriminierung zu tun habe", andere sprechen von einer "sinnfreien Aktion" und kritisieren die offensichtlich hohe Zahl an Importprodukten – sie fordern grundsätzlich mehr regionale Produkte in den Märkten.

Die Supermarktkette war offenbar von den gemischten Reaktionen überrascht. Die Marktleitung des betroffenen Edeka-Marktes wollte am Montag eine Anfrage nicht beantworten und verwies auf die Zentrale – doch auch dort gab man sich auf einen Fragenkatalog der WELT zugeknöpft.

Nur so viel: Man führe sehr wohl zahlreiche regionale Lebensmittel im Sortiment, aber "erst gemeinsam mit Produkten aus anderen Ländern schaffen wir in unserem Sortiment die einzigartige Vielfalt", sagte eine Sprecherin. Es handele sich, so betonte es die Sprecherin mit Nachdruck, um eine gemeinsame Aktion der Edeka und keinen Alleingang des Marktes in der HafenCity. Mehr wolle man für den Moment aber nicht mehr dazu sagen. Nach Informationen der WELT war der Markt für den Dreh eines eigenen Edeka-Werbefilms hergerichtet worden – ob und wann dieser erscheint: unklar.

Edeka hatte in der Vergangenheit bereits mit verschiedenen Marketingkampagnen für Aufsehen gesorgt – beispielsweise mit den Social-Media-optimierten "Supergeil"- oder #heimkommen-Spots.

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