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Warnung eines Psychiaters: "Fortnite", das Spiel, das eure Kinder alle spielen, solltet ihr verbieten

stern-Logo stern 17.05.2018 Susanne Baller
"Fortnite": Bloß weil "Fortnite" ab 12 Jahren freigegeben ist, ist das kein Grund für Eltern, ihren Kindern dieses Videospiel zu erlauben. Es könne dazu führen, gegenüber Gewalt abzustumpfen, meint der US-Psychiater Dr. Leonard Sax. © Getty Images/p.ponomareva Bloß weil "Fortnite" ab 12 Jahren freigegeben ist, ist das kein Grund für Eltern, ihren Kindern dieses Videospiel zu erlauben. Es könne dazu führen, gegenüber Gewalt abzustumpfen, meint der US-Psychiater Dr. Leonard Sax.

"Alle anderen dürfen aber auch" ist wahrscheinlich der häufigste Satz, den sich Eltern anhören müssen, wenn sie mal etwas verbieten. Ein amerikanischer Psychiater rät Eltern jedoch dringend, sich das Heft nicht aus der Hand nehmen zu lassen. Und "Fortnite" nicht zu erlauben.

Wenn es ein Spiel gibt, über das derzeit alle 13-Jährigen reden, ist es "Fortnite". Das ist in den USA so, das ist in Deutschland ebenso. Wer bislang keine Gelegenheit hatte, einem Teenager dabei über die Schulter zu sehen, erhält hier eine Minibeschreibung: Männer in Ritterrüstungen laufen mit Maschinengewehren unter dem Arm durch die Gegend und schießen jeden ab, der ihnen entgegenkommt. Ritterspiele im Egoshooter-Stil.

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In der amerikanischen "Psychology Today" äußerte sich nun Dr. Leonard Sax zu "Fortnite" und rät Eltern dringend davon ab, "wie die Lemminge zu erlauben, was andere Eltern auch erlaubt haben". Das Spiel ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben – und bereits wesentlich Jüngere jiepern darauf, endlich mitreden zu können. Bei Menschen unter 18 Jahren könne "Fortnite" aber dazu führen, gegenüber Gewalt abzustumpfen, so der Arzt.

Doch: Eltern tun sich schwer damit, konsequent zu bleiben, wenn ihr Kind nachweislich "das einzige ist, das 'Fortnite' nicht spielen darf".

Euer Kind, eure Regeln

Dr. Sax zitiert Elternteile, die konkret fragen: "Ich möchte, dass mein Sohn glücklich ist. 'Fortnite' zu spielen, macht ihn glücklich. Warum sollte ich ihn also nicht spielen lassen?" Das Kind glücklich zu machen, meint Sax, sei wirklich niedrigschwellig. Kein Kind würde mit dem Wunsch geboren, ein großer Wissenschaftler, Komponist, Lehrer oder Unterhalter zu werden. Sie müssten lernen, ihre Möglichkeiten zu erkennen – jenseits dessen, was sie in dem animierten Videospiel sehen. Er belehrt die Eltern mit den Worten: "Es ist euer Job als Eltern, Wünsche zu wecken: eine Sehnsucht nach etwas Anderem, Besseren, Nachhaltigerem als Videospielen oder Kim Kardashian und Kylie Jenner bei Instagram."

Wer sich einen Eindruck von "Fortnite" verschaffen will, findet dazu reichlich Videos wie dieses bei Youtube.

Eltern müssen die Courage haben, ihren Kindern zu sagen: Das ist nicht gut für dich, sagt Sax. Stattdessen brauchen Kinder sozialen Umgang und körperliche Bewegung, am besten draußen. Sie brauchen nachts erholsamen Schlaf. Kinder, die "Fortnite"-süchtig seien, seien in der Regel zu all dem weniger bereit beziehungsweise in der Lage.

Natürlich muss man nur wegen "Fortnite" nicht sämtliche Videospiele verbieten. Doch klare Regeln helfen, einen täglichen Streit zu vermeiden. Sax listet die Erfahrungswerte aus Studien auf:

  • nicht länger als 40 Minuten pro Abend an Schultagen
  • nicht länger als eine Stunde pro Tag am Wochenende
  • Die Zeiten lassen sich nicht aufsparen: Wer drei Wochen lang nicht spielt, darf deswegen noch lange nicht samstags sieben Stunden durchspielen. Das ist Sucht-Spielen, das ist schädlich.
  • Es darf erst gespielt werden, wenn die Hausaufgaben und die Pflichten im Haushalt erledigt sind.

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