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Wegen Sojus-Fehlstart: Alexander Gerst muss Weihnachten wohl im All feiern

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 12.10.2018 Jutta-Eileen Radix
Lobte die Sicherheit der Sojus-Raketen: Alexander Gerst © dpa Lobte die Sicherheit der Sojus-Raketen: Alexander Gerst

„Es hat sich gezeigt, wie großartig die Sojus ist“, twitterte der deutsche Esa-Astronaut Alexander Gerst kurz nach dem glücklichen Ausgang des Raketen-Fehlstarts. „Die Crew (Alexej Owtschinin und Nick Hague) wurde sicher zur Erde gebracht.“ Dennoch stellen sich Fragen nach dem ersten Unglück mit einer bemannten Sojus-Rakete seit mehr als 40 Jahren. Wir geben die Antworten:

Dmitri Rogosin, der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, twitterte am Freitag, dass die am Donnerstag notgelandete Crew nun im Frühjahr 2019 zur Raumstation ISS fliegen solle. Ist das realistisch?

Ja, denn Roskosmos wird mit Hochdruck nach der Ursache des Unglücks suchen und das Sojus-Programm fortführen. Derzeit können Raumfahrer nur mit russischen Raketen die Internationale Raumstation ISS erreichen, eine Alternative gibt es noch nicht. Erst ab Ende 2019 sind bemannte Flüge zur ISS mit kommerziellen Shuttles, Boeings Starliner und dem Crew Dragon von Space X, in Aussicht.

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Muss Alexander Gerst Weihnachten im All verbringen?

Das hängt ebenfalls von der Unfalluntersuchung ab und von der Flugplanung, die Nasa und Roskosmos dann gemeinsam erstellen. Ob Astro-Alex am 13. Dezember, wie ursprünglich geplant, zurückkehren kann, ist ungewiss. Zum jetzigen Zeitpunkt wollen weder die europäische Raumfahrtagentur ESA noch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) irgendwelche Spekulationen anstellen. Die Sojus-Kapsel, mit der Gerst zurückkehrt, soll aber aus Sicherheitsgründen nicht wesentlich länger als sechs Monate an der ISS angedockt bleiben. Dass Astro-Alex drei Monate länger im All bleibt, ist also eher unwahrscheinlich.

Wie ist es denn mit der Versorgung der ISS-Besatzung?

Gerst, Serena Aunón-Chancellor und Sergej Prokopjew haben ausreichend Lebensmittel, Wasser und Sauerstoff auf der Raumstation – auch leben sie dort nun weiter zu dritt statt, wie geplant, zu fünft. Klar ist, dass sich die drei auf mehr Arbeit einstellen müssen, weil für den Betrieb der ISS und die Betreuung der Experimente ja nun zwei Crewmitglieder fehlen. Ob die für Astro-Alex geplanten zwei Außeneinsätze an der ISS wie geplant stattfinden, erscheint derzeit äußerst fraglich. Geplant waren die beiden Einsätze im All sie mit Nick Hague. Und bliebe nur ein Crewmitglied in der ISS, wäre die Sicherheit gefährdet.

Ist es möglich, die ISS unbemannt zu lassen?

Das geht natürlich, die ISS würde dann in den Automatik-Modus überführt und könnte auch ganz ohne Bewohner weiter ihre Bahn im erdnahen Orbit ziehen. Der Schaden wäre aber groß, denn die Crew auf der Raumstation betreut Hunderte von wissenschaftlichen Experimenten, die so nur in Schwerelosigkeit möglich sind. Das „schwebende Labor“ für Wochen oder Monate unbemannt fliegen zu lassen, wäre für viele Forschungsvorhaben ein herber Rückschlag.

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