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Weniger Milch: Kühe in NRW leiden unter Hitzestress

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 11.07.2018 ksta
Viele Kühe leiden unter der Hitze der vergangenen Wochen. © dpa Viele Kühe leiden unter der Hitze der vergangenen Wochen.

Die Trockenheit der vergangenen Monate macht den Milchbauern in Nordrhein-Westfalen zu schaffen: „Die Kühe haben Hitzestress, es wird weniger Milch produziert“, sagt Hans Stöcker, Vorsitzender der Landesvereinigung Milchwirtschaft (LV Milch) in NRW.

Welche Auswirkungen das bis zum Jahresende auf die gesamte Produktion haben werde, sei noch nicht abzusehen. Klar sei aber, dass wegen Ausfällen bei der Futterpflanzenernte das Zufüttern in diesem Winter teurer werde. „Die Erträge der Milchbauern geraten weiter unter Druck“, so Stöcker.

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Geringes Wachstum bei Milchmenge in NRW

Derzeit gibt es deutschlandweit noch eine hohe Milchmenge am Markt: Sie stieg von Januar bis April um 3,4 Prozent im Bundesgebiet, in NRW belief sich der Anstieg allerdings nur auf 2,7 Prozent, berichtet die Landesvereinigung bei der Vorlage des Zwischenberichts. Die Zahlen für den trockenen Mai und Juni liegen noch nicht vor.

Die Ursache für das geringere Wachstum in NRW sei zum einen die Flächenknappheit, zum anderen die Tatsache, dass viele kleinere Milchviehbetriebe in den vergangenen Jahren aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen eines fehlenden Nachfolgers aufgegeben hätten, heißt es bei der LV Milch. Die Preise, die die Landwirte derzeit von den Molkereien erhalten, sind mit 33 Cent pro Kilogramm Milch etwa ein Prozent höher als im Vorjahr. Dennoch geben immer mehr Milchviehhalter in NRW auf: Das Minus lag allein in den ersten vier Monaten bei 4,3 Prozent. Viele, die weitermachen, suchen ihr Glück in der Umstellung auf Bio, weil Bioware bei Verbrauchern immer beliebter wird.

Molkerein wollen von Bio-Boom profitieren

Zu den Molkereien, die vom Bio-Boom profitieren, gehört auch die Molkerei Söbbeke aus Gronau, die mit 160 Mitarbeitern jährlich 76 Millionen Euro umsetzt. 60 Millionen Liter Milch werden im Jahr verarbeitet, die Hälfte davon kommt aus NRW. Das Unternehmen, das vor fünf Jahren von der französischen Molkerei Bongrain übernommen wurde, setzt zunehmend auf den Bereich Dessert, denn hier gibt es weniger Konkurrenz als bei reiner Trinkmilch und Naturjoghurt und die Margen sind tendenziell auch etwas höher. „Jeder 10. Bio-Euro, den Kunden ausgeben, wird für Ware aus dem Kühlregal ausgegeben“, sagt Söbbeke-Vertriebsleiter Thomas Dellschau.

Söbbeke-Biomilch © Binder Söbbeke-Biomilch

Viele Milchviehhalter stellen auf Bio um, weil die Preise höher sind und die Preisschwankungen tendenziell nicht so groß sind wie bei konventioneller Ware. Seit 2014 sind die Bio-Milchanlieferungen um 32 Prozent gestiegen, die Nachfrage am Markt ist aber nicht im gleichen Umfang gestiegen, so die LV Milch: Das Absatzplus belief sich nur auf 30 Prozent. In einigen Molkereien gibt es deshalb bereits so genannte Milchüberhänge.

Am Ende muss die Milch im Einzelhandel mitunter billiger verkauft werden – als konventionelle Ware, ohne dass Verbraucher merken, dass sie eigentlich Bio-Milch trinken. Viele Molkereien, auch Söbbeke, haben deshalb schon einen Aufnahmestopp ausgesprochen: Sie nehmen zwar Biomilch aus bestehenden Verträgen an, machen aber keine neuen Verträge mit weiteren Landwirten mehr.

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