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Wer hat die Bäume im Hambacher Forst gefällt?

WELT-Logo WELT vor 6 Tagen
Wer hat die Bäume im Hambacher Forst gefällt? © Polizei Aachen Wer hat die Bäume im Hambacher Forst gefällt?

Die Polizei hat im Hambacher Forst mindestens 50 Baumstümpfe registriert – obwohl der Rodungsstopp gilt. Von RWE wurden die Bäume nicht geschlagen. Und die neuen Baumhäuser weisen Stämme mit frische Schnittkanten auf.

Trotz des derzeitigen Rodungsstopps sind im Hambacher Forst in jüngster Zeit einige Bäume gefällt worden – nach Angaben der Aachener Polizei jedoch nicht von RWE. Bei einer Waldbegehung entdeckten die Beamten demnach neue Baumhäuser, für die teilweise Holzstämme mit frischen Schnittkanten verbaut worden seien. Gleichzeitig fanden die Polizisten etwa 50 Baumstümpfe frisch geschlagener Bäume.

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Diese seien nicht von RWE gefällt worden. "Wir unterstellen hier niemandem etwas, sondern beschreiben nur einen Zustand", betonte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Der Energiekonzern wolle Strafanzeige stellen.

© Polizei Aachen

Insgesamt hat die Polizei nach Angaben des Sprechers rund 50 Holzkonstruktionen – Baumhäuser oder Plattformen – in Bäumen festgestellt, die seit vergangenem Oktober errichtet worden seien.

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Das Verwaltungsgericht Köln hatte vor Kurzem eine Garantie für den Erhalt des Hambacher Forsts abgelehnt. Es gebe keine rechtliche Verpflichtung, den Braunkohletagebau zu stoppen, sagte der Vorsitzende Richter. Auch im Pariser Klimaabkommen würden nur Ziele vorgegeben, es stehe dort aber nicht, mit welchen Mitteln die Erderwärmung gestoppt werden solle. 

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Dies sei eine Entscheidung, die von der Politik getroffen werden müsse und einem Gericht nicht anstehe. Das Gericht wies am Dienstag insgesamt drei Klagen des Umweltverbands BUND gegen den Braunkohletagebau in Hambach ab. Der Umweltverband hatte die Bäume und die im Hambacher Wald beheimatete und streng geschützte Bechstein-Fledermaus schützen wollen und daher zudem die Nachmeldung des Gebietes als europäisches Natura-2000-Gebiet gefordert. Die Richter lehnten dies ab.

© Polizei Aachen

Der Hambacher Wald im Kreis Düren gilt als Symbol des Widerstands gegen den Kohle-Abbau. Nachdem sich die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" Ende Januar für den Erhalt des Forstes ausgesprochen hatte, kündigte RWE an, bis 2020 keine weiteren Bäume zu fällen. Ursprünglich hatte das Unternehmen ab Mitte Oktober vorigen Jahres die Hälfte des noch stehenden Waldes roden wollen.

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