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Wird 2019 ein Masern-Rekordjahr?

SZ.de-Logo SZ.de 14.08.2019 Von Kathrin Zinkant
Nicht überall auf der Welt haben die Menschen Zugang zu einer Masernimpfung. In Deutschland allerdings schon. © dpa Nicht überall auf der Welt haben die Menschen Zugang zu einer Masernimpfung. In Deutschland allerdings schon.

• Die Masern breiten sich nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde WHO weltweit rasch aus.

• Die Zahl der Erkrankungen hat sich laut vorläufigen Daten gegenüber dem Vorjahr verdreifacht.

• Ursache sind unzureichende Impfquoten in den betreffenden Regionen.

Die Zahl der Maserninfektionen hat sich nach vorläufigen Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO fast verdreifacht. In den ersten sechs Monaten des Jahres zählte die WHO mehr als 364 800 Infektionen, knapp das dreifache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und ein neuer Höchststand seit 2006. Wie die Sonderbehörde der Vereinten Nationen in Genf am Montagnachmittag mitteilte, breitet sich die hochansteckende und lebensgefährliche Infektionskrankheit weiterhin rasch aus und gefährdet Millionen Menschen.

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Die Gründe für einen unzureichenden Impfschutz sind je nach Land vielfältig, neben einer unzureichenden Gesundheitsversorgung stellen Fehlinformationen und Misstrauen gegenüber Impfungen laut WHO ein erhebliches Problem da. Besonders stark von den Masern betroffen sind in diesem Jahr die Ukraine, die Demokratische Republik Kongo und Madagaskar. Hier traten die meisten Fälle auf. Aktuelle Ausbrücke gibt es außerdem in mehreren afrikanischen Staaten, auf den Philippinen und in Thailand.

Erhebliche Impflücken bei deutschen Kindern

In der europäischen Region sind in diesem Jahr bereits 90 000 Menschen an Masern erkrankt - das sind mehr als im gesamten Jahr 2018, welches mit gut 85 000 Erkrankungen bereits einen Rekord für das fast beendete Jahrzehnt setzte. Unterdessen meldeten die USA, in denen die Masern eigentlich eliminiert waren, mehr als 1000 Erkrankungen und damit die höchste Zahl seit 25 Jahren.

In Deutschland hat die Barmer Ersatzkasse erst vor wenigen Tagen in ihrem Arzneimittelreport von erheblichen Impflücken bei Kindern im Grundschulalter berichtet. 11,2 Prozent der Sechsjährigen sind demnach nicht vollständig gegen die Masern geimpft. Damit sind die Lücken beim Schutz der Kleinen hierzulande größer als bisher angenommen.

Masern gelten vielerorts als Kinderkrankheit, können jedoch Menschen jeden Alters betreffen und schwerste Komplikationen hervorrufen, bis hin zum Tod. Es gibt eine sichere und wirksame Impfung, die Erkrankungen und Todesfälle verhindern kann. Voraussetzung für eine sogenannte Herdenimmunität, die keine Ausbreitung mehr zulässt, ist jedoch eine Impfquote von mehr als 95 Prozent der Bevölkerung.

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