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Wohnungsverband warnt vor "Donut-Dörfern"

DIE WELT-Logo DIE WELT 06.10.2017
47 Millionen Menschen leben in Deutschland auf dem Land © Getty Images/LOOK 47 Millionen Menschen leben in Deutschland auf dem Land

Steigender Altersdurchschnitt und Abwanderung stellen Dörfer in Deutschland vor Probleme. Und trotzdem werden auf dem Land noch viele Einfamilienhäuser gebaut. Nun soll gegengesteuert werden.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat die Regierung in Kiel davor gewarnt, wie angekündigt die Vorgaben der Landesplanung zu flexibilisieren. Der Baubedarf auf dem Lande sei in Deutschland bereits übererfüllt, erklärte der Verband am Freitag. Auch im Norden entstünden mehr Wohnungen, als langfristig gebraucht werden. Das liege daran, dass auf dem Land noch viele Einfamilienhäuser gebaut würden, obwohl dort wegen steigenden Altersdurchschnitts und Abwanderung vor allem kleinere Wohnungen benötigt würden. So entstünden "Donut-Dörfer": "In der Mitte zerfällt der Ortskern, außen wuchert ein Ring aus Neubaugebieten."

Um gegenzusteuern, müsse der Geschosswohnungsbau wiederbelebt werden. "Wir brauchen eine Steuerung des Landes, um bereits spürbaren Fehlentwicklungen entgegenzuwirken", sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. "Wir wollen bauen, aber wir brauchen auch die passenden Rahmenbedingungen." Die Kluft zwischen Stadt und Land sowie zwischen reichen und armen Städten und Bundesländern sei gewachsen. Nichts deute darauf hin, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern werde.

In Boomregionen um Großstädte wie Hamburg, aber auch um mittelgroße Städte wie Lübeck und Kiel gebe es eine gesunde Wirtschaftsstruktur, sagte Breitner. Die Kehrseite seien steigende Mieten. Anderswo gebe es verödende Orte. "Hier die prosperierenden Ballungsräume, die zunehmend mehr überhitzen, dort der Rest, in dem das Leben immer schwieriger wird." Schleswig-Holstein brauche einen Pakt für die Entwicklung der ländlichen Gebiete.

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