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Zahl der Missbrauchsopfer in Lügde steigt auf 34

RP ONLINE-Logo RP ONLINE vor 4 Tagen RP ONLINE
Die Polizei hat ein Auto und ein Gebäude auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde abgesperrt. Drei Männer sollen dort 23 Kinder sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material hergestellt haben. © Bereitgestellt von RP Digital GmbH Die Polizei hat ein Auto und ein Gebäude auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde abgesperrt. Drei Männer sollen dort 23 Kinder sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material hergestellt haben.

Düsseldorf. Im Missbrauchsfall von Lügde ist die Zahl der Opfer auf mindestens 34 gestiegen. Ein leitender Beamter der Ermittlungskommission ist unterdessen vorläufig suspendiert worden.

Das sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Es sei demnach denkbar, dass die Opferzahl weiter steigen könnte. Bislang waren die Ermittler von mindestens 31 Opfern ausgegangen.

Unterdessen ist ein zeitweiliger Leiter der Ermittlungskommission vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Der Beamte habe die Kommission von Mitte Dezember bis Anfang Januar bei der Polizei Lippe geführt, teilte Reul mit. Gegen den Beamten des Kriminalkommissariats Bad Salzuflen bestehe in einem anderen Sexualstraffall der Verdacht der Strafvereitelung im Amt. Wie auch im Fall des massenhaften Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen auf einem Campingplatz in Lügde seien Beweismittel in jenem Fall nicht mehr auffindbar gewesen.Der Beamte habe im Fall Lügde den Polizeischüler betreut, der die aus einem speziellen Asservatenraum verschwundenen 155 CDs und DVDs gesichtet hatte. Anfang März sei gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

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Nach massiven Versäumnissen bei der Ermittlungsarbeit der zunächst zuständigen Kreispolizei Lippe hatte sich der Fall immer mehr zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. Drei Beamte aus der Führung der Polizei Lippe wurden laut Innenministerium bereits versetzt. Gegen zwei weitere Polizisten laufen Strafverfahren, weil sie frühe Hinweise auf den Kindesmissbrauch nicht an die Staatsanwaltschaft Detmold weitergeleitet hatten.

Drei Hauptverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte es seit 2008 auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mehr als 1000 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen gegeben. Zudem gibt es laut Reul Hinweise, dass der Hauptverdächtige schon 2002 ein damals achtjähriges Mädchen missbraucht haben soll.

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