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„Hart aber Fair“: Donald Trumps Schlag gegen Syrien war „handwerklich brilliant“

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 17.04.2018 berliner-zeitung
Domröse Hart aber fair: ARD Screenshot © ARD Screenshot ARD Screenshot

Wer sich von einer Talkshow wie „Hart aber fair“ unterhaltsame Kontroversen erhofft, der wurde an diesem Montagabend enttäuscht. „Mit dem Finger am Abzug: Wie zügellos ist Donald Trump?“ lautete das Thema.

Und es ist keine Überraschung, dass alle sich grundsätzlich einig waren: ziemlich zügellos. In der Bewertung seiner Politik und des Militärschlags gegen Syrien gab es Nuancen. Aber zu einer echten Debatte kam es nicht.

Hans-Lothar Domröse

Einzig der ehemalige Nato-General Hans-Lothar Domröse brachte etwas Abwechslung in die Reihen. „Dieser Schlag war präzise und er war angemessen und richtig“, wurde er nicht müde zu betonen. Trump sei zwar etwas „different“, wie er es extrem diplomatisch ausdrückte.

Aber man solle ihn nicht an seine Worten, sondern an seinen Taten messen. Und die seien, zumindest im Fall des Militärschlages, „handwerklich brilliant“. 

Michael Wolffsohn

Der Historiker war der zweite in der Runde, der Trump Positives abgewinnen konnte, obwohl er ihn nicht mag. „Dumm ist er nicht und er ist nicht verrückt“, so seine Einschätzung. Immerhin habe er einiges für die USA und die Weltpolitik in Bewegung gebracht.

Und das sei der „traditionellen und anständigen Politik“ so nicht gelungen. „Erschütternd“ findet Wolffsohn seine eigene Analyse. Und sagte den hellsichtigsten Satz des Abends: „Wir bestätigen uns ständig in der Schrecklichkeit dieses Mannes. Damit kommen wir politisch nicht weiter.“

Melinda Crane

Die politische Chef-Korrespondentin im englischen Programm von „Deutsche Welle-TV“ war die einzige Frau in der Runde. Sie glaubt zwar auch, dass Trump vieles verändert. „Aber das ist keine Veränderung, die Gutes bringt“.

Er unterminiere absichtlich den eigenen Staat und schüre Misstrauen in die politischen Institutionen. Sowohl national wie international.

Hart aber fair Runde Syrien © ARD Screenshot Hart aber fair Runde Syrien

Thomas Roth

Der ehemalige Leiter der ARD-Studios in Moskau, Berlin und New York und ehemaliger ARD-Tagesthemen-Moderator konnte dem Lob von der Effizienz der Trumpschen Politik nichts abgewinnen: „Wir sind ja hier nicht bei irgendeinem Immobiliendeal sondern bei Politik.“

Es müsse doch möglich sein, gute ethische und gleichzeitig effiziente Politik jenseits von Trumps zweifelhaften Methoden zu machen: „Trump schafft Demokratie ab.“ 

Jürgen Hardt

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion war der einzige dezidierte Parteipolitiker in der Runde und blieb etwas im Hintergrund. Auch er lobte den „angemessenen und sehr präzisen Schlag“.

Ansonsten fühle er sich aber in der deutschen Demokratie deutlich besser aufgehoben als in der amerikanischen: „Vieles, was uns an Trump stört, ist nur durch die starke Stellung des Präsidenten in den USA möglich“.

Frank Plasberg

Der Moderator hatte bei so einer gemäßigten, klugen und friedlichen Runde nicht viel zu tun. Also beschränkte er sich weitestgehend darauf, die Einspielfilmchen anzumoderieren.

Als Aufhänger für die Sendung nutzte er eine Umfrage. Demnach fürchten sich 53 Prozent der Deutschen vor Putin, 82 Prozent vor Trump.  

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