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99 Prozent aller Produkte sind nicht fair gehandelt

WELT-Logo WELT 22.07.2019
Bauer erntet in Bolivien Kaffee und verkauft ihn zu einem fairen Preis - aber das ist die Ausnahme Quelle: pa/imageBROKER/Florian Kopp © pa/imageBROKER/Florian Kopp Bauer erntet in Bolivien Kaffee und verkauft ihn zu einem fairen Preis - aber das ist die Ausnahme Quelle: pa/imageBROKER/Florian Kopp

Immer mehr Produkte, die man in Deutschland kauft, sind fair gehandelt – das heißt, die Hersteller bekommen dafür einen halbwegs angemessenen Preis. „Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt“, sagte Manuel Blendin, Geschäftsführer Forum Fairer Handel, gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Den Umsatzanstieg führte er unter anderem auf die wachsende Bedeutung nachhaltigen Konsums zurück. Parallel dazu seien auch das Sortiment im fairen Handel und die Zahl der Verkaufsorte erheblich gewachsen. „Es darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass geschätzte 99 Prozent des Handels nicht fair sind“, betonte der Geschäftsführer.

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Mit 81 Prozent machen Lebensmittel, insbesondere Kaffee, den größten Umsatzanteil am fairen Handel aus. Der Preisdruck im Markt geht dabei auch an den fair gehandelten Produkten nicht vorbei.

„Der Handel passiert nicht im luftleeren Raum. Im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland herrscht ein enormer Preisdruck, der viel zu oft auf Kosten der Hersteller und deren Umwelt geht“, kritisierte Blendin.

Enorme Marktmacht weniger Handelskonzerne

Das hänge unter anderem mit der enormen Marktmacht der vier großen Einzelhandelskonzerne – der Edeka-Gruppe, Rewe-Gruppe, Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie der Aldi-Gruppe – zusammen. „Deswegen werden Lebensmittel in Deutschland häufig viel zu billig angeboten. Da kann der höhere Preis von Produkten aus fairem Handel zum Kaufhindernis werden“, erklärte Blendin.

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