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Ampel-Koalition: Mehrheit der Deutschen befürwortet Bündnis von SPD, Grünen und FDP

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 13.10.2021 Muriel Kalisch

Das Ampel-Bündnis nimmt Formen an – und die SPIEGEL-Umfrage zeigt: Die Mehrheit ist überzeugt, eine solche Koalition wäre »gut für Deutschland«. FDP-Anhängern bereitet die Vorstellung allerdings Bauchschmerzen.

© CLEMENS BILAN / POOL / EPA

Voraussichtlich noch in dieser Woche wollen SPD, Grüne und FDP entscheiden, ob sie nach Abschluss der Sondierungsgespräche auch formale Koalitionsverhandlungen aufnehmen wollen. Laut einer SPIEGEL-Umfrage würden die Deutschen den nächsten Schritt zur Regierungsbildung mehrheitlich begrüßen – sie gehen davon aus, dass eine Ampelkoalition das Land voranbringen würde.

In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL gaben 53 Prozent an, dass eine Ampelkoalition unter Führung eines SPD-Kanzlers Olaf Scholz gut für Deutschland wäre. Dabei stimmten 32 Prozent für »Ja, auf jeden Fall« und 20 Prozent für »Eher ja«.

37 Prozent glauben nicht, dass die Ampel Deutschland guttun würde, davon sagten 14 Prozent »Eher nein« und 24 Prozent »Nein, auf keinen Fall«.

Hintergründe zur Civey-Methodik lesen Sie hier.


Video: FDP zur "Ampel": "Stunde der Wahrheit liegt vor uns" (AFP)

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Dabei kommt die größte Zustimmung aus den Reihen der SPD- und Grünen-Sympathisanten. Womöglich berauscht vom Wahlsieg würden 97 Prozent der SPD-Anhängerinnen und -Anhänger die Scholz-Ampel begrüßen, im Grünen-Lager ist die Begeisterung nur etwas gedämpfter.

Anders sieht es bei den potenziellen FDP-Wählerinnen und-Wählern aus – sie stehen einer Ampelkoalition deutlich kritischer gegenüber. 50 Prozent glauben demnach, dass die Koalition »eher nicht« oder »keinesfalls« gut für Deutschland wäre, 18 Prozent zeigten sich unentschlossen. Nur etwa ein Drittel würde ein Bündnis mit SPD und Grünen befürworten. Das ist der niedrigste Wert nach den Anhängern von Union und AfD mit je neun Prozent Zustimmung – nur sitzen diese beiden Parteien nicht mit am Sondierungstisch.

Den FDP-Verhandlern sind die Ampel-Vorbehalte in der Anhängerschaft durchaus bewusst. Das zeigte sich auch bei der gemeinsamen Pressekonferenz zu den Sondierungen: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Michael Kellner, der Bundesgeschäftsführer der Grünen, äußerten sich sehr zuversichtlich, dass die drei Parteien eine gemeinsame Basis finden können. Volker Wissing, Generalsekretär der FDP, fand dagegen vorsichtigere Worte.

Wissing lobte das zwar Gesprächsklima, machte aber klar, dass es etwas anderes sei, »höflich und sachlich« Gespräche zu führen, als Lösungen auf Papier zu bringen.

In der Sonntagsfrage gibt es zweieinhalb Wochen nach der Bundestagswahl nur wenig Bewegung im Vergleich zur Vorwoche. Die SPD verlor zwar zwei Prozentpunkte, liegt aber mit 26 Prozent weiterhin auf dem Niveau ihres Wahlergebnisses.

Die CDU liegt bei 20 Prozent, FDP und Grüne rangeln dahinter um den dritten Platz. Linke und AfD stagnieren bei sechs und elf Prozent.

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