Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

ARD-Deutschlandtrend: Union und SPD rutschen auf Rekordtief – AfD vor SPD

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 12.10.2018 Holtschneider, Anja
Viele Bürger sind unzufrieden mit der Arbeit der GroKo. © dpa Viele Bürger sind unzufrieden mit der Arbeit der GroKo.

Die GroKo schneidet laut einer Umfrage so schlecht ab wie nie zuvor. Die Ergebnisse spiegeln offenbar die Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Regierungsarbeit wider.

Die etablierten Parteien verlieren offenbar immer stärker in der Wählergunst: Beim jüngsten ARD-Deutschlandtrend schneidet die Regierungskoalition aus SPD, CDU und CSU so schlecht ab wie nie zuvor. Besonders hart trifft es die Sozialdemokraten: Sie fallen hinter die AfD zurück.

Die SPD büßt in der Befragung drei Punkte ein und kommt auf 15 Prozent. Die AfD würde ihr Ergebnis von 16 Prozent halten, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Damit wäre die rechtspopulistische Partei die drittstärkste Kraft im Bundestag. Die Union verliert in der Umfrage gegenüber dem Vormonat drei Prozentpunkte und rutscht auf 26 Prozent.

Mit 17 Prozent wären die Grünen zweitstärkste Kraft. Die FDP erreicht im ARD-Deutschlandtrend zehn Prozent (plus zwei), während die Linkspartei bei ebenfalls zehn Prozent stagniert.

Vor allem für CSU und CDU, die in Bayern und Hessen die Regierung führen, dürften Umfrageergebnisse bei den anstehenden Landtagswahlen eine schwere Bürde sein. Der CSU in Bayern droht ohnehin ein Wahldebakel. Aktuelle Umfragen sehen sie in Bayern auf unter 33 Prozent abrutschen.

Für die Erhebung befragten die Meinungsforscher von Infratest dimap zur Sonntagsfrage vom 8. bis 10. Oktober 1.508 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. Bei den anderen Fragen wurden am 8. und 9. Oktober 1.008 Personen interviewt.

Das könnte Sie auch interessieren

"Ich dachte, im Bundestag sitzen nur Profis"

Unzufriedene Bürger

Die schlechten Umfragewerte der Regierungsparteien spiegeln die Unzufriedenheit der Bürger mit der Arbeit der Großen Koalition wider. Drei Viertel (76 Prozent) der Befragten sind weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden. Das sind acht Punkte mehr als im Vormonat. Nur 24 Prozent (minus sieben) der Deutschen sind zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der Arbeit der Regierung.

Betrachtet man die einzelnen Parteien, so sind die Sozialdemokraten die großen Verlierer: Mit ihrer Politik sind nur noch 27 Prozent der Befragten sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden – das sind elf Prozentpunkte weniger als noch im Juli.

Aber auch die CDU hat deutlich eingebüßt: Mit ihrer Arbeit sind 28 Prozent der Umfrageteilnehmer zufrieden, ein Minus von acht Punkten. Mit der Schwesterpartei CSU sind auch nur noch 17 Prozent der Bürger zufrieden (minus eins).

Sowohl CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer als auch der Unionsfraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus haben eine Erneuerung der Partei gefordert. Es sei eine inhaltliche Profilierung der Partei nötig, sagte Kramp-Karrenbauer.

Vor allem beim Thema Diesel fühlen sich viele Bürger von der GroKo offenbar nicht verstanden: 82 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, mit der Leistung weniger oder gar nicht zufrieden zu sein. Ein schlechtes Zeugnis bekommt die GroKo auch bei der Beschaffung von bezahlbarem Wohnraum, wie 78 Prozent der Bürger finden.

Und auch mit der Klimapolitik sind immerhin 73 Prozent der Deutschen unzufrieden. Erst am Dienstag musste die Bundesregierung eine Schlappe einstecken: Bei der Reduktion der CO2-Emissionen für Neuwagen stimmten die EU-Umweltminister für eine Reduzierung um 35 Prozent. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte vergeblich für 30 Prozent geworben.

Eine positive Veränderung im Vergleich zum August gibt es allerdings: Mit der Asyl- und Flüchtlingspolitik sind zwar noch 68 Prozent unzufrieden, aber inzwischen 31 Prozent zufrieden – ein Plus von neun Punkten.

Die Mehrheit der Befragten, insgesamt 56 Prozent, macht vor allem Kanzlerin Angela Merkel für den aktuellen Zustand der Bundesregierung verantwortlich. Direkt danach, mit 31 Prozent, folgt CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer als Hauptschuldiger. Die SPD kann sich hingegen freuen: Parteichefin Andrea Nahles machen nur zwei Prozent der Befragten für die Arbeit der GroKo verantwortlich.

Mit Agenturmaterial von Reuters.

Mehr auf MSN

NÄCHSTES
NÄCHSTES

Blick in die Geschäftsstelle der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Nächste Geschichte

Bahn stellt Fernverkehr bundesweit ein

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Handelsblatt

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon