Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Auf den „Diktatur“-Vorwurf reagiert Merkel ruhig, aber pointiert

WELT-Logo WELT 13.08.2019
Bundeskanzlerin Merkel ist aus dem Sommerurlaub zurück. Nach dem Besuch einer Schule in Greifswald stellt sie sich in Stralsund den Fragen von 200 Lesern der „Ostsee-Zeitung“. Quelle: Reuters © Reuters Bundeskanzlerin Merkel ist aus dem Sommerurlaub zurück. Nach dem Besuch einer Schule in Greifswald stellt sie sich in Stralsund den Fragen von 200 Lesern der „Ostsee-Zeitung“. Quelle: Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einer Diskussion mit Bürgern in Mecklenburg-Vorpommern ihre Migrationspolitik verteidigt. Mit der Kontroverse um ihre Flüchtlingspolitik müsse sie leben, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Stralsund. „Und trotzdem würde ich immer sagen, dass es richtig war, dass wir in einer humanitären Ausnahme- und Notsituation geholfen haben.“ 

Deutschland könne nicht nur seinen eigenen Wohlstand pflegen, sondern sei Teil der Welt. „Wir können nicht an uns alleine denken“, betonte Merkel. Die Kanzlerin bezeichnete die Seenotrettung im Mittelmeer als „Gebot der Menschlichkeit“, kritisierte aber auch Schmuggler und Schleuser.

Das interessiert andere MSN-Leser auch:

Green Card: Das bedeuten die neuen Regelungen

Brexit: London zieht Diplomaten ab

Sicherheit: Die 50 friedlichsten Länder der Welt

Ein Lokalpolitiker im Publikum hatte Merkel gefragt, ob sie mit ihrer Migrationspolitik das Land gespalten habe – und ihr vorgeworfen, Deutschland „im Namen der Toleranz in eine Diktatur“ geführt zu haben. AfD-Mitglieder hätten derzeit keine Meinungsfreiheit.

„Meine Politik hat das Land nicht gespalten“

Merkel reagierte ruhig, aber pointiert: Die Tatsache, dass der Politiker beim Leserforum der „Ostsee-Zeitung“ mit seiner Frage nicht gefährdet sei, sage schon genug. Sie habe zudem nicht den Eindruck, dass AfD-Mitglieder im Bundestag Hemmungen hätten, ihr die Meinung zu sagen.

Die Kanzlerin forderte zudem, Deutschland müsse eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen. „Wenn wir uns nicht vernünftig verhalten, wie sollen wir es dann von Ländern mit geringerem Lebensstandard verlangen?“, sagte sie, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete. Dabei lobte sie auch die Fridays-for-Future-Bewegung und Greta Thunberg. Sie sei ein „außergewöhnliches Mädchen“, das viel ins Rollen gebracht habe. „Ich freue mich, wenn sich die Jugend eine Stimme gibt und sie zur Gehör bringt.“ Sie nehme sie sehr ernst.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Stralsund © dpa/Bernd Wüstneck Bundeskanzlerin Angela Merkel in Stralsund

Zudem verteidigte Merkel ihre Flüchtlingspolitik. „Meine Politik hat das Land nicht gespalten. Wir haben versucht, den Prozess zu ordnen und zu steuern.“ Sie sprach sich außerdem für die Seenotrettung durch private Organisationen im Mittelmeer aus. Seenotrettung sei ein Gebot der Menschlichkeit. „Es kommen nicht immer nur die Ärmsten und Schwächsten. Wir sprechen mit den afrikanischen Ländern, wo wir helfen können. Schlepper und Schleuser wollen wir nicht unterstützen“, sagte sie.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von WELT

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon