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Bei Whatsapp besprachen sie, den Regenwald in Brand zu stecken

WELT-Logo WELT 26.08.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro wird jetzt doch aktiv und entsendet 44.000 Soldaten um den Brand im Regenwald zu bekämpfen, aber auch um mögliche Brandstifter zu schnappen. Allein in zwei Tagen wurden 1600 neue Brände registriert. Quelle: WELT/ Felicia Pochhammer © WELT/ Felicia Pochhammer Brasiliens Präsident Bolsonaro wird jetzt doch aktiv und entsendet 44.000 Soldaten um den Brand im Regenwald zu bekämpfen, aber auch um mögliche Brandstifter zu schnappen. Allein in zwei Tagen wurden 1600 neue Brände registriert. Quelle: WELT/ Felicia Pochhammer

Angesichts der verheerenden Brände im Amazonasgebiet ermittelt die Polizei nun gegen die Organisatoren des sogenannten „Tag des Feuers“. „Die Bundespolizei wird den Fall mit ihrer Expertise aufklären“, schrieb Justizminister Sérgio Moro am Sonntag auf Twitter. „Kriminelle Brandstiftung im Amazonasgebiet wird hart bestraft.“ Zuvor hatte die Zeitschrift „Globo Rural“ berichtet, dass sich im Bundesstaat Pará zuletzt mehr als 70 Personen in einer Whatsapp-Gruppe dazu verabredet hatten, große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand zu stecken.

HANDOUT - 24.08.2019, Brasilien, Rondonia: Auf diesem von Greenpeace Brasilien zur Verfügung gestellten Bild steigt Rauch bei einem Brand nahe der Stadt Caneiras do Jamari in Rondonia. Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein. Foto: Victor Moriyama/Greenpeace Brazil/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa/Victor Moriyama HANDOUT - 24.08.2019, Brasilien, Rondonia: Auf diesem von Greenpeace Brasilien zur Verfügung gestellten Bild steigt Rauch bei einem Brand nahe der Stadt Caneiras do Jamari in Rondonia. Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein. Foto: Victor Moriyama/Greenpeace Brazil/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Derweil sind Militärflugzeuge im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Regenwald im Einsatz. Ein am Sonntag vom Verteidigungsministerium veröffentlichtes Video zeigt eine Maschine, die Tausende Liter von Wasser über Wäldern des Bundesstaates Rondonia ausschüttet.

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Ein C-130 Flugzeug wirft Wasser ab, um die Brände im Amazonasgebiet zu löschen Quelle: dpa/- © dpa/- Ein C-130 Flugzeug wirft Wasser ab, um die Brände im Amazonasgebiet zu löschen Quelle: dpa/-

Nach Angaben des Büros von Präsident Jair Bolsonaro hat dieser derartige Armeeeinsätze in bislang sieben Bundesstaaten genehmigt, nachdem deren Regierungen entsprechende Hilfe beantragt hatten. Details zu diesen Einsätzen lagen zunächst nicht vor.

Die G7-Staaten bereiten beim Gipfel im französischen Biarritz Hilfen für die Bekämpfung von Bränden im Amazonas vor. Die Staats- und Regierungschefs näherten sich an eine Vereinbarung an, die technische und finanzielle Hilfen beinhalteten, „sodass wir ihnen auf die möglichst effektivste Art helfen können“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, Deutschland und andere Länder wollen Gespräche mit Brasilien über die Wiederaufforstung aufnehmen, sobald die Brände gelöscht seien.

Feuerwehrleute bei den Waldbränden in der Nähe von Porto Velho im Einsatz Quelle: dpa/Eraldo Peres © dpa/Eraldo Peres Feuerwehrleute bei den Waldbränden in der Nähe von Porto Velho im Einsatz Quelle: dpa/Eraldo Peres

Natürlich handele es sich um brasilianisches Territorium, doch die Regenwälder seien eine globale Frage; die Lunge der Erde sei betroffen, deshalb müssten gemeinsame Lösungen gefunden werden, sagte Merkel. Auch Papst Franziskus äußerte sich besorgt über die Brände in Brasilien, ein Nachbarland seines Heimatlandes Argentinien. Die grüne „Lunge des Waldes ist notwendig für unseren Planeten“.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro twitterte, er habe mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu telefoniert, der zugesagt habe, dass Israel ein Spezialflugzeug schicke, um die Brandbekämpfung zu unterstützen. Am Freitag hatte er angekündigt, dass seine Regierung 44.000 Soldaten schicken werde, um den Kampf gegen die Feuer im Amazonas zu unterstützen. Bisher waren es einige Hundert gewesen.

Die brasilianische Überwachungsbehörde hatte per Satellit in diesem Jahr mehr als 41.000 Brände im Amazonas ausgemacht. Mehr als die Hälfte seien im August entstanden. Experten glauben, die meisten Brände seien von Bauern und Landwirten gelegt worden, um Weide- und Anbauflächen freizumachen. Die Überwachungsbehörde verzeichnete auch eine starke Zunahme der Abholzung in diesem Jahr.

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